Den Umbau bezahlen die Haushalte

Der Name Tesla steht vor allem für schnittige Elektroautos. Weniger bekannt ist, dass die Firma aus dem Silicon Valley auch Stromspeicher produziert. Die Idee: Wer einen Tesla fährt, kann sich zu Hause eine Batterie installieren, die tagsüber mit Solarzellen auf dem Hausdach gespeist wird. Der gespeicherte Strom reicht aus, um das Auto über Nacht wieder aufzuladen und nebenbei den Haushalt mit Elektrizität zu versorgen.

Beat Schmid
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Die Technik würde bestimmt auch in der Schweiz funktionieren. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Kalifornien und der Schweiz: Im Westen der USA scheint die Sonne. Wir brauchen in diesen Tagen nur aus dem Fenster zu schauen oder uns an den verregneten Sommer zu erinnern, um zur trüben Einsicht zu gelangen, dass aus der Schweiz nie ein Sonnenenergieland wird.
Trotzdem gehören die Photovoltaik und andere sogenannte «neue erneuerbare» Energien, wie die in der Schweiz ebenso ineffiziente Windenergie, zum Katalog der Energiestrategie von Bundesrätin Doris Leuthard. Wie auch Geothermie, Biomasse, Gebäudeisolationen sowie ein dramatischer Rückgang des Konsums durch smarte Systeme, um den Strom aus den Atomkraftwerken zu ersetzen.
Ob das je klappt, ist unsicher. Schon jetzt ist aber klar, dass das Umbauprojekt Unsummen verschlingen wird. Die Kosten des Förderprogramms KEV werden sich in den nächsten Jahren auf 28 Milliarden Franken belaufen. So viel würde eine zweite Neat inklusive UBS-Rettung kosten. Die Energiewende droht damit zu einer riesigen Umverteilungsmaschine zu werden.
Profitieren werden Hunderte von Solarzellenmonteuren und Energieberatern. Es erstaunt nicht, dass die Energiewende vom SVP-Gewerbler bis zum linksgrünen Physiker unterstützt wird. Für alle schaut etwas heraus. Sogar die grossen Energiekonzerne sind dabei, weil auch sie Zugang zu den Honigtöpfen erhalten.
Die Einzigen, die auf der Strecke bleiben, sind die privaten Haushalte und die allermeisten Unternehmen. Sie müssen die Zeche bezahlen. Deshalb ist es zwingend, dass der Strommarkt möglichst bald und vollständig liberalisiert wird.
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