Bruno Damann düpiert die SP - doch diese ruft zu Unrecht aus

Überraschung in der St.Galler Politik: Der neue Gesundheitschef Bruno Damann wechselt noch vor seinem Amtsantritt den Generalsekretär aus. Das ist ungewöhnlich, aber nicht komplett falsch. 

Stefan Schmid
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Stefan Schmid

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Hanspeter Schiess

Da drängen ihn die Kolleginnen und Kollegen in der Regierung gegen seinen Willen zur Übernahme des Gesundheitsdepartements – und jetzt das: Der St. Galler CVP-Magistrat Bruno Damann wechselt, noch bevor er die ungeliebte Stelle an der Spitze der neuen Direktion antritt, den Generalsekretär aus.

Donat Ledergerber, langjähriger oberster Berater und Mitarbeiter von SP-Regierungsrätin Heidi Hanselmann, muss den Sessel räumen. An der Stelle des Toggenburger Sozialdemokraten installiert Damann seinen bisherigen Generalsekretär Gildo Da Ros.

Die SP schreit Zeter und Mordio und wittert einen parteipolitischen Komplott hinter der Aktion.

Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet, da sich die Protagonisten auf Stillschweigen geeinigt haben.

Klar ist: Der neue Gesundheitsminister, dessen Aufgabe darin besteht, der Bevölkerung ein schlankeres Spitalwesen schmackhaft zu machen, muss sich auf seine Mitarbeiter zu hundert Prozent verlassen können. Mehr noch: Er braucht in dieser schwierigen Phase einen Generalsekretär, der das Projekt politisch mitträgt.

Insofern ist Damanns Aktion nachvollziehbar – auch wenn sie nicht den personalpolitischen Usanzen im Kanton entspricht. Klar ist aber auch: Die Erwartungen an den neuen Gesundheitschef sind hoch. Erst recht jetzt, wo dieser ohne Rücksicht auf Verluste einen Kadermann ausgewechselt hat.