Bill Gates ist unschuldig

Heute demonstrieren sie wieder gegen den Microsoft-Gründer. Dabei kann die Power-Point-Seuche so gar nicht bekämpft werden. 

Pascal Hollenstein
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Allerlei Diesunddas-Kritiker wollen sich heute vor dem Bundeshaus zu einer illegalen Kundgebung versammeln. Was diese Personen wollen, ist bisher nebulös geblieben. Klar ist nur, dass sie ein Problem mit Microsoft-Gründer Bill Gates haben, der eine ganz finstere Type sein soll.

Wir müssen die Verantwortung Gates’ an dieser Stelle relativieren. Microsoft hat Powerpoint gar nicht erfunden, sondern lediglich übernommen und ins Office-Paket integriert. Gewiss ist damit die so genannte R-Zahl des Programms enorm gestiegen und Powerpoint hat quasi pandemisch die Rechner der globalen Bürolisten infiziert. Dass Powerpoint die Gehirnleistung des Managements jeder Firma auf das Format bunter Slides schrumpfen lässt, ist eine Tatsache. Das Programm ist eine Seuche. Aber gerade deshalb taugt es für keinerlei Verschwörung.

Die Demonstriererei am Samstag ist deshalb widersinnig und nicht zielführend. Powerpoint kann nicht mit Transparenten bekämpft werden, sondern nur mit zivilem Ungehorsam im Büro. Gemeinsam können wir die Kurve drücken.