Wirrwarr um den Thurberg

Jrene und Daniel Franz sind aufgebracht. Nach der Änderung der Flurnamen soll ihr Restaurant nun plötzlich auf dem «Tuurbärg» stehen.

Urs Brüschweiler
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Jrene und Daniel Franz wollen die Namensänderung nicht akzeptieren. (Bild: Susann Basler)

Jrene und Daniel Franz wollen die Namensänderung nicht akzeptieren. (Bild: Susann Basler)

Weinfelden. Die Aussicht auf das Thurtal von der Terrasse des «Thurbergs» ist grandios. Drinnen im Restaurant hängt hinter Glas die Kopie einer alten Karte des Gebiets um den Thurberg. Das Original befinde sich im Schloss Altenklingen und sei datiert auf das Jahr 1741, ist darauf zu lesen. Nirgends finde man hier etwas von «Tuurbärg», sagt Jrene Franz. «Von der Schreibweise mit zwei <u> und <ä> hinten haben wir noch nie etwas gehört.

» Seit fünf Generationen ist ihre Familie stolze Besitzerin der Liegenschaft. Sie und ihr Mann sind aufgebracht über die Namensänderung hin zu der vermeintlichen historischen Mundartschriftweise.

«Geschäftsschädigend»

Im Zug der Bereinigung der Flur- und Siedlungsnamen durch eine kantonale Nomenklaturkommission wurde der Thurberg in Tuurbärg umgetauft. «Niemand hatte vorher mit uns gesprochen.» Das sei geschäftsschädigend.

Als über 100jähriger Gewerbebetrieb mit vielen Gästen, die extra von weit her kommen, seien sie auf den Wiedererkennungswert angewiesen, so Daniel Franz.

Einsprache erhoben

Erfahren von der Umbenennung hätten sie erst, als sie in der Zeitung über die Änderungen im ganzen Kanton lasen und anschliessend auf einer elektronischen Wanderkarte nachsahen. «Wer im Navigationssystem den Thurberg sucht, findet nie und nimmer den Tuurbärg», so Daniel Franz.

Familie Franz will sich gegen die Umbenennung wehren. Man habe Einsprache erhoben beim Kanton. Das einzige, was bisher dabei herausschaute, war eine – wenn auch verständnisvoll und freundlich formulierte – Antwort, dass sie ihr Restaurant selbstverständlich nennen dürften, wie sie wollten, der offizielle Flurnamen bleibe jedoch. Im Kontakt stehen sie aber auch mit den Gemeindebehörden, um diese auf das Problem aufmerksam zu machen. Zum Ärger über die neue alte Schreibweise kommt noch die grosse Verwirrung dazu.

Auf der Landkarte 1:25 000 aus dem Jahr 2004 ist das Gebiet als Tuurbärg vermerkt. Im offiziellen Geographischen Informationssystem des Kantons Thurgau ist das Gelände allerdings als Tuurberg angeschrieben. Der Name der Parzelle lautet dort jedoch wieder Tuurbärg, und diese befindet sich wiederum an der Thurbergstrasse.

Ob hier zumindest teilweise zurückbuchstabiert wurde, konnte wegen der Ferienabwesenheit der Verantwortlichen nicht in Erfahrung gebracht werden.

Anfrage des Fernsehens

«Wir wollen, dass diese Änderungen rückgängig gemacht werden», sagt Jrene Franz. Von unseren Gästen und Bekannten werden wir in dieser Beziehung positiv unterstützt. Auch das Schweizer Fernsehen hatte schon angefragt, ob es über ihr Problem berichten dürfe. «Aber wir waren da gerade in den Ferien.»

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