Zu viel Pyro: Zürcher Stadtrat verteidigt strittiges Vorgehen der Polizei

Dass die Zürcher Stadtpolizei am 21. Februar mehr als 800 Fans eingekesselt und kontrolliert hat, war nach Ansicht des Stadtrates gerechtfertigt. Die Zahl der gezündeten Pyros und Böller habe das tolerierbare Mass überschritten.

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Rund um das Zürcher Fussball-Derby GC gegen FCZ kam es im Februar in Zürich zu heftigen Ausschreitungen.

Rund um das Zürcher Fussball-Derby GC gegen FCZ kam es im Februar in Zürich zu heftigen Ausschreitungen.

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Der Stadtrat erklärt das polizeiliche Vorgehen beim Fanmarsch zum Fussballspiel FCZ - GC im Stadion Letzigrund in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Schriftliche Anfrage eines AL-Gemeinderates und einer grünen Gemeinderätin.

Die Polizei schritt demnach ein, nachdem rund 70 Böller, etwa 25 Pyros sowie zahlreiche Rauchkörper gezündet worden waren. Die Sicherheitskräfte kesselten die Menge ein und kontrollierten 839 Personen.

Die allermeisten der Kontrollierten waren zwischen 15 und 21 Jahre alt. Dazu kamen einige 13- und 14-Jährige und Erwachsene bis etwa 30 Jahre sowie vereinzelte Ältere. Familien stellte die Polizei keine fest.

Auf eine entsprechende Frage schreibt der Stadtrat, niemand im Kessel sei zufällig anwesend gewesen. Eingekesselt worden seien nur Personen, die am Fanmarsch teilnahmen.

Zeit genug zum Weggehen

Schon vor dem Abmarsch waren auf der Fritschiwiese im Kreis 3 zahlreiche Böller gezündet worden. Nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, ging es so weiter. Dies habe es "zumindest nicht unwahrscheinlich" erscheinen lassen, dass es zu einem Polizeieinsatz kommen könnte. Jedem, der davon nicht betroffen sein wollte, wäre es "problemlos möglich gewesen, sich vom Fanmarsch zu entfernen".

In Sachen Einsatztaktik verfügt die Polizei über einen gewissen Ermessensspielraum, wie sie ihre Aufgaben der jeweiligen Situation angepasst erfüllen könne. Eine bezifferbare Grenze für das tolerierbare Mass an illegalen Feuerwerkskörpern gebe es nicht. Es gelte jeweils im Einzelfall das Gefahrenrisiko zu beurteilen.

Schon vor einem Jahr hatte der Stadtrat auf eine schriftliche Anfrage festgehalten, eine Einkesselung könne im Einzelfall durchaus ein geeignetes, notwendiges und verhältnismässiges Mittel sein. Dieser Ansicht sei er nach wie vor.

Er betont im übrigen, seiner Überzeugung nach gehöre Gewalt nicht zum Sport und pyrotechnische Gegenstände seien "keine unabdingbare Voraussetzung für ein gelungenes Fussballerlebnis".