Mehrwertsteuer-Streit

Urs Schwarzenbach provoziert Zollbehörde - und lässt Bilder ins Tessin bringen

Der Milliardär und Kunstsammler Urs Schwarzenbach hat am Mittwoch vier Bilder aus seiner Zürcher Villa Falkenstein ins Tessin transportieren lassen. Dort sollen sie in einer Ausstellung in Locarno gezeigt werden. Eine Bewilligung des Zolls hatte er dafür allerdings nicht.

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Die vier Kunstwerke von Robert Indiana würden abgehängt, sicher verpackt und für eine Ausstellung nach Locarno transportiert, sagte der Kunstsammler gegenüber TeleZüri und «20Minuten».

Der Zoll wusste offenbar nichts von diesem Transport. "Wir haben ihn nicht informiert", sagte Schwarzenbach. Ihm sei es in erster Linie wichtig, dass die Ausstellung stattfinden könne.

Dass das Entfernen der Kunstwerke wegen der laufenden Verfahren gegen ihn Probleme geben könnte, stört den Financier nicht. "Wir lösen Probleme, wenn sie auftauchen." Bei der Eidg. Zollverwaltung war am Abend niemand mehr für eine Stellungnahme erreichbar.

"Nur ein armer AHV-Bezüger"

Gegen den 68-jährigen Kunstsammler und Besitzer des "Dolder Grand" in Zürich laufen verschiedene Verfahren: Die Steuerverwaltungen fordern Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Die Zollverwaltung wiederum erhob wegen der Einfuhr von Kunstwerken Mehrwertsteuer-Nachforderungen von zwölf Millionen Franken. Zur Sicherung dieser Forderung beschlagnahmte der Zoll Anfang März bei einer Razzia im "Dolder" zahlreiche Kunstwerke.

Schwarzenbach verfügt laut der "Bilanz"-Liste über ein Vermögen von 1,5 Milliarden Franken. Gemäss Medienberichten besitzt er rund 2400 Bilder. In einem Interview sagte er jedoch kürzlich, er habe nur "ein paar hundert Bilder". Da sei nichts Spezielles dabei. Er sei ja nur ein armer AHV-Bezüger.