Regierungsrat zum Corona-Virus

Natalie Rickli: «Einschneidende, aber nötige Massnahmen»

So äussert sich die Zürcher Gesundheitsdirektorin zur Lage rund um das Corona-Virus.

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Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP).

Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP).

Keystone

Die Krise spitze sich dramatisch zu, sagte gestern die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP). Die vom Bundesrat verhängten Massnahmen seien «einschneidend, aber nötig». Mit einer Verlangsamung der Viren-Verbreitung könne das Züricher Gesundheitssystem vor einer Überlastung bewahrt werden.

Damit für den weiteren Verlauf der Pandemie genügend Betten zur Verfügung stehen, sollen in den Spitälern nicht zwingend notwendige Operationen verschoben werden, sagte Rickli. Notwendig wäre auch mehr Personal – doch ist dieses nicht einfach zu bekommen. Zur Diskussion steht etwa der Einsatz von Medizinstudenten und die Rekrutierung pensionierter Ärzte. Auch der Zivilschutz ist bereits zur Unterstützung mehrerer Spitäler aufgeboten worden, etwa am Spital Limmattal.

Dass nun landesweit Veranstaltungen verboten sind, an denen sich mehr als 100 Personen aufhalten, begrüsste Rickli. Sie betonte aber auch, dass besonders wichtige Veranstaltungen aus übergeordnetem Interesse weiterhin durchgeführt werden könnten. Sie verwies unter anderem auf anstehende Gemeindeversammlungen und die Kantonsratssitzungen. Für den Zürcher Kantonsrat, der 180 Mitglieder umfasst, hat die Gesundheitsdirektion gestern Abend die Bewilligung erteilt, wie Rickli sagte.

Für Spitäler, Alters- und Pflegeheime sowie Invalideneinrichtungen hat die Gesundheitsdirektion ein generelles Besuchsverbot erlassen. Dieses Verbot, das seit gestern Freitag gilt, soll die älteren und krankheitsanfälligen Personen schützen. Zudem hat die Gesundheitsdirektion gegenüber den Spitälern Anordnungen betreffend Meldung von Schutzmaterial und Bettenkapazität festgelegt. Der Zürcher Regierungsrat hatte Rickli mandatiert, die aus gesundheitlicher Sicht nötigen Massnahmen zu treffen und gegenüber Bundesrat Alain Berset zu kommunizieren. Die Gesundheitsdirektorin hat dem Bundesrat die volle Unterstützung aus ­Zürich zur Eindämmung der Corona-Krise zugesichert.

Der Kanton Zürich verzeichnet 132 bestätigte Corona-Fälle. 14 Personen sind hospitalisiert, davon 4 Personen intensivpflegebedürftig, 11 Personen wurden aus der Isolation entlassen. Drei der Patienten werden am Spital Limmattal behandelt. (og/ple/mwe)