Stauffacher

Im Wärterhaus wird zukünftig Musik gemacht

In die ehemalige öffentliche Toilette zieht nun ein Zürcher Musiklabel.

Lina Giusto
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Das Wärterhaus nahe Stauffacher. GIU

Das Wärterhaus nahe Stauffacher. GIU

Lina Giusto

Seit 1. März hat das Wärterhäuschen beim Stauffacher in Zürich einen neuen Mieter. Das Musiklabel Boyoom Connective wird zusammen mit dem Zürcher Online-Radio GDS.FM die Räume nutzen. Dies wurde am Dienstag auf dem Blog des Kulturzentrums Dynamo bekannt gegeben.

Mitgründer des Musiklabels ist der Zürcher Student und Beatproduzent Marlon Philip. «Unsere Funktion ist es, eine Plattform zu bieten, und wir machen das als Musiker für Musiker. Ich sage gerne Anti-Label, denn der Sinn davon ist es, weiterzukommen, ohne sich in ein Label einordnen zu müssen, was oft auch mit Anpassung verbunden ist», lässt sich der junge Zürcher im Blog-Beitrag zitieren. Mit einem Freund zusammen hat der junge Zürcher das Plattenlabel vor bald fünf Jahren gegründet. Sie betreiben das Atelier in ihrer Freizeit.

Mit der Umnutzung bricht für das unscheinbare Häuschen an der Ecke Badener-/Zweierstrasse im Zürcher Kreis 4 eine neue Zeit an. Ursprünglich wurde das kleine Gebäude als Wärterhaus für Angestellte der Stadt Zürich konzipiert. Zuletzt wurde es als WC genutzt und verkam zu einem Treffpunkt für Drogenkonsum und Sex. Nun aber wird aus dem Gebäude eine Musikwerkstatt.

An Beats und Rhytmen herumgeschraubt

Neben Boyoom Connective zieht auch das Online-Radio GDS.FM mit ins Wärterhaus. Da es sich aber zum Senden nicht besonders eignet, nutzt laut Philip das Radio die Räume als Werkstatt. Für die nächsten drei Jahre wird nun also in der Nähe des Stauffachers an Beats und Rhythmen herumgeschraubt oder auch einfach musiziert. Solange dauert das befristete Mietverhältnis mit der Dynamo Raumbörse. Danach können die jungen Musiker eine dreijährige Verlängerung beantragen.

Bewerben konnte sich für die Miete, wer jünger als 26 Jahre alt ist und einen festen Wohnsitz in der Stadt Zürich hat. Eine gewerbliche Nutzung des Wärterhauses ist untersagt. In der Ausschreibung wurde gefordert, dass das Gebäude als Freizeitbeschäftigung genutzt werden solle. Warum die Wahl bei knapp 30 Bewerbern schliesslich auf Boyoom Connective und GDS.FM fiel, erklärt Andi Wyss von der Dynamo Raumbörse: «Ihr Konzept für die Nutzung des Wärterhauses war vergleichsweise einzigartig. Aber auch die Dringlichkeit für den Raumbedarf war bei unserem Entscheid ausschlaggebend.»