Vernehmlassung

Gut, aber nicht sehr gut - so lauten die Noten für den Zürcher Lehrplan 21

In der Vernehmlassung haben ihn Lehrer, Schulgemeinden und Parteien mehrheitlich grundsätzlich gutgeheissen. Vorbehalte gibt es hingegen hinsichtlich der Lektionentafel - der Bildungsrat wird sie nun nochmals anschauen.

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Die Inhalte des Lehrplans 21 wurden während der Vernehmlassung bestätigt.

Die Inhalte des Lehrplans 21 wurden während der Vernehmlassung bestätigt.

KEYSTONE ARCHIV/CHRISTIAN BEUTLER

Nach der Vernehmlassung, die von April bis September dauerte, zieht die Bildungsdirektion in einer Medienmitteilung vom Freitag eine positive Bilanz: Die Inhalte des Zürcher Lehrplans 21 seien bestätigt worden.

Kritik kam hingegen wegen der neuen Lektionentafel auf. Diese legt die Verteilung der Lektionen auf die verschiedenen Fachbereiche fest. Die Lehrpersonenverbände lehnen diese Tafel geschlossen ab und verlangen zwingend Anpassungen. Die Mehrheit der Schulgemeinden äusserte zwar Zustimmung, dies aber nur mit Vorbehalten.

Gefordert wurde unter anderem, dass die Lektionenzahl in der 5. und 6. Klasse der Primarstufe sowie in der 2. Klasse der Sekundarschule gegenüber heute nicht erhöht wird. Gewünscht wurde auch, dass ein Abbau der Lektionen, die in Halbklassen oder im Teamteaching unterrichtet wird, vermieden wird.

Einheitliche Forderungen

Der Bildungsrat wird gemäss Bildungsdirektion im Dezember die Ergebnisse der Vernehmlassung diskutieren und "Schlüsse für die definitive Gestaltung der Lektionentafel ziehen".

Es zeichnet sich ab, dass die Vorbehalte der Lehrpersonenverbände in der neuen Lektionentafel berücksichtigt werden. Denn im Auswertungsbericht zur Vernehmlassung heisst es, dass "es auffällt, dass die gewünschten Anpassungen einheitlich und breit abgestützt sind". Und die Bildungsdirektion schreibt in ihrer Mitteilung, dass im Frühling 2017 wohl eine "breit abgestützte Lektionentafel" verabschiedet werden könne.

Lehrerverbände vorsichtig optimistisch

Dies erwarten auch die Lehrerverbände. So gehen die Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürick (SekZH) davon aus, dass der Bildungsrat die Lektionentafel gemäss den zentralen Aussagen und Anliegen der Vernehmlassung anpassen wird. "Unter dieser Prämisse steht der Einführung des neuen Lehrplans nichts mehr im Weg."

Auch der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) zeigt sich in einer Mitteilung optimistisch, dass der Bildungsrat den Fingerzeig beherzigen werde. "Es stimmt uns zuversichtlich, dass die allermeisten Vernehmlassungsantworten uns in der Frage der Lektionentafel folgen", wird ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch in der Mitteilung zitiert.

Ab 2017 werden Lehrer weitergebildet

Der Bildungsrat wird gemäss dem aktuellen Zeitplan im Frühling 2017 über die Inkraftsetzung des Zürcher Lehrplans 21 mit Lektionentafel entscheiden.

Die Einführung des neuen Lehrplans beginnt für die Lehrpersonen ab Schuljahr 2017/2018 mit Vorbereitungsarbeiten und Weiterbildungen. Geplant ist, dass der neue Lehrplan im Schuljahr 2018/2019 auf der Kindergarten- und auf der Primarstufe bis zur 5. Klasse in Kraft treten wird. In der 6. Klasse und auf Sekundartstufe I soll er im Schuljahr 2019/2020 umgesetzt werden.