Coronavirus

Corona-Massnahme: Kita-Personal muss Masken tragen

Für Kleinkinder könnten durch die Anordnung gewisse Kommunikationsprobleme entstehen. Trotzdem spricht sich auch der Kantonsärztliche Dienst für die dringende Corona-Massnahme aus.

Mirko Plüss
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In den Kindertagesstätten sollen fortan sämtliche Betreuungspersonen Masken tragen. (Symbolbild)

In den Kindertagesstätten sollen fortan sämtliche Betreuungspersonen Masken tragen. (Symbolbild)

Andreas Arnold

«Im Kanton Zürich gab es in kurzer Zeit markant viele Betreuungsinstitutionen mit positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Mitarbeitenden», heisst es in einem diese Woche publizierten Dokument, das bisher noch keine öffentliche Beachtung fand. Daraus leiten sich «dringende Empfehlungen» ab. So sollen die Mitarbeitenden der Zürcher Kitas grundsätzlich eine Maske tragen. «Die Betreuungspersonen thematisieren mit den Kindern altersgerecht die Schutzmassnahmen», heisst es.

Die Empfehlungen haben mehrere Stellen zusammen erarbeitet. Verfasst wurde das Dokument vom Marie-Meierhofer-Institut für das Kind und dem Verband Kinderbetreuung Schweiz. Ebenfalls beteiligt waren der Kantonsärztliche Dienst und das Zürcher Kinderspital. Die Masken-Empfehlung in den Kitas wird detailliert geregelt. So heisst es beispielsweise: «Zur Begrüssung der Kinder wird eine Situation geschaffen, in der die Fachpersonen ihr Gesicht kurz ohne Hygienemaske zeigen können.» Zudem soll es auch ganz kurze maskenfreie Zeiten geben: «Jedem Kind unter 24 Monaten wird eine Bezugsperson zugeteilt, die sich während eines Teils der Betreuungszeit auch ohne Hygienemaske mit dem Kind beschäftigt und mit ihm im Dialog ist.»

Masken können Kinder auch verunsichern

Trotz der «dringenden Empfehlung» wird im Dokument auch auf zahlreiche Gefahren für die Entwicklung der Kinder hingewiesen, dies unter dem Übertitel: «Was bedeuten verdeckte Gesichter für Kinder?» So würden Masken grundsätzlich in der Kommunikation mit anderen verunsichern. Auf Masken und Distanzregeln würden Kinder «neugierig, vorübergehend verunsichert bis verstört» reagieren. Ein weiterer Punkt: «Haben Kleinkinder keine oder zu wenig Gelegenheiten, sich über Mimik und nonverbale Dialoge mit anderen Menschen auszutauschen, werden elementare Beziehungs- und Kommunikationsbedürfnisse missachtet.»

Estelle Thomet, die Zürcher Regionalleiterin des Verbands Kinderbetreuung Schweiz, weist daraufhin, dass es sich um eine Branchen-Empfehlung und nicht etwa um ein Obligatorium handle: «Wir wollen insbesondere den Kitas konkrete Empfehlungen geben, wie sie mit Hygienemasken unter Berücksichtigung des Kindeswohls bestmöglich umgehen können.» Eine verordnete Maskenpflicht ohne Differenzierungen ist laut Thomet allerdings nicht zielführend: «Vielmehr muss auf die jeweilige Situation Rücksicht genommen werden können.» Die Maskenfrage sei sicher ein sehr emotionales Thema, sagt Thomet. «Das Tragen von Hygienemasken in Kitas im Kanton Zürich ist jetzt aber leider aufgrund der epidemiologischen Lage notwendig, um den Winter durchstehen zu können und die Aufrechthaltung des systemrelevanten Angebotes sicherzustellen.»
Würden keine Masken getragen, werde ein ständiges Ausfallen von Betreuungspersonal und eine daraus resultierende «ständige Quarantäne» riskiert.