Brutaler Sextäter oder Opfer? Ein Taxifahrer steht vor Gericht

Ein Zürcher Taxifahrersoll versucht haben, eine Passagierin zum Oralsex zu zwingen. Die Frau habe Geschlechtsverkehr gewollt, kontert der Angeklagte.

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Widersprüchliche Aussagen: Der Taxifahrer stellte sich vor Gericht als Justizopfer dar. (Themenbild)

Widersprüchliche Aussagen: Der Taxifahrer stellte sich vor Gericht als Justizopfer dar. (Themenbild)

Andreas Fahrländer

Seit Mittwoch muss ein Zürcher Taxichauffeur sich wegen versuchter sexueller Nötigung, Körperverletzung und weiteren Delikten vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Dem Iraker wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 14. Februar an der Langstrasse versucht zu haben, eine Passagierin zum Oralverkehr zu zwingen.

Anstatt die Prostituierte zu ihrem gewünschten Ziel zu bringen, fuhr der Mann in eine dunkle Seitengasse und verriegelte die Türen, wie "20 Minuten" berichtet. Hier soll er die Frau als Hure beschimpft haben und ihren Kopf gegen seine Hosen gedrückt haben. Weil die Frau laut zu schreien anfing, liess der Taxifahrer von ihr ab. Allerdings tauchte er wenig später bei der Wohnung der Frau auf und schlug sie zusammen - wegen eines angeblich nicht bezahlten Taxipreises. Kurz darauf wurde der Texichauffeur von der Polizei festgenommen und verbrachte über einen Monat in Untersuchungshaft.

Verdrehte Tatsachen?

Während die Staatsanwaltschaft eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten forderte, plädierte die Verteidigerin auf einen Freispruch. Laut dem Beschuldigten sei es die Frau gewesen, die Sex verlangt habe. Weiter sagte er vor Gericht aus, das angebliche Opfer habe ihn mit einem Messer angegriffen und bezeichnete die Anklage als Racheakt. Der Prozess mit vielen widersprüchlichen Aussagen wurde laut "20 Minuten" nach einem Verhandlungstag unterbrochen. Ein Urteil ist am 17. Juni zu erwarten.