Gammelhäuser-Kauf

Bezirksrat will mehrere Subito-Immobilienkäufe des Zürcher Stadtrats untersuchen

Der Bezirksrat verlangt, dass verschiedene dringliche Immobilienkäufe des Stadtrats genauer untersucht werden. Auslöser ist ein bürgerlicher Stimmrechtsrekurs gegen den Kauf der Gammelhäuser.

Drucken
Teilen
Polizeieinsatz vor zwei Häusern an der Zürcher Neufrankengasse Anfang Januar. Quelle: Keystone.
11 Bilder
 Die beiden Häuser an der Neufrankengasse 6 und 14 im Kreis 4.
Eine verwüstete Wohnung - die Zustände an der Neufrankengasse waren unhaltbar. Quelle: Keystone.
Ein offener Elektrokasten. Quelle: Keystone.
Die Gammelhäuser von Zürich
Journalisten in einer Gammelwohnung. Quelle: Keystone.
Verwalter Sherry Weidmann beantwortet Fragen der Medien. Quelle: Keystone.
Ein TV-Journalist interviewt eine Bewohnerin eines Hauses an der Zürcher Neufrankengasse. Quelle: Keystone.
Männer verlassen mit Säcken die Gammelhäuser an der Zürcher Neufrankengasse am Mittwoch, 4. Januar 2017. Die als "Gammelhäuser" in die Schlagzeilen geratenen Liegenschaften sind zu diesem Zeitpunkt noch bewohnt. Quelle: Keystone.

Polizeieinsatz vor zwei Häusern an der Zürcher Neufrankengasse Anfang Januar. Quelle: Keystone.

Limmattaler Zeitung

Mit einem dringlichen Beschluss hat der Zürcher Stadtrat Anfang Februar dem Kauf der Häuser an der Neufrankengasse 6 und 14, sowie der Magnusstrasse zugestimmt. Mit dem Kauf wollte der Stadtrat offiziell das Ende der Problemliegenschaften einläuten, an denen sich in den vergangenen Jahren ein Mini-Platzspitz entwickelt hat. Mehr noch beabsichtigt der Stadtrat gemeinnützigen Wohnraum zu schaffen - für Menschen, die als Mieter auf dem freien Markt wenig Chancen haben.

Die Liegenschaft an der Neufrankengasse 6 kostet die Stadt rund 14,5 Millionen Franken, die Nummer 14 an der gleichen Strasse knapp 11,5 Millionen Franken. Für das Gebäude an der Magnusstrasse bezahlt die Stadt mehr als 6 Millionen Franken.

Die Liegenschaften wurden schweizweit als Gammelhäuser bekannt, nachdem verstörende Bilder aus den Wohnungen an die Öffentlichkeit gelangten:

Die Garage: Hier werden abends, und vor allem am Wochenende, Drogen konsumiert.
5 Bilder
Warten auf bessere Zeiten: Auf dem Vorplatz zwischen Haus 6 und 14.
So sehen die Gammelhäuser aus.
Nicht alle Mieter haben etwas mit Drogen am Hut.
Der Vorplatz zwischen Haus Nummer 6 (rechts) und 14: Die Türen stehen immer offen, hier kommt und geht, wer will.

Die Garage: Hier werden abends, und vor allem am Wochenende, Drogen konsumiert.

watson.ch

Gegen den Entscheid des Stadtrats bildete sich Widerstand: SVP, FDP und CVP reichen Stimmrechtsrekurs gegen den dringlichen Kauf ein. Es sei nun zum wiederholten Mal passiert, dass der Stadtrat Häuser in Dringlichkeit gekauft und damit die parlamentarischen Befugnisse ausser Kraft gesetzt habe, sagte Markus Hungerbühler (CVP).

Der Bezirksrat weitet das Verfahren nun weiter aus, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die Aufsichtsbehörde unter Statthalter Mathis Kläntschi verlangt mehr Auskünfte vom Stadtrat. Nun sollen nicht nur die Expresskäufe der Gammelhäuser im Kreis 4 untersucht werden, sondern auch andere dringende Immobilienkäufe seitens des Zürcher Stadtrats. Dem «Tages-Anzeiger» liegt ein Schreiben vor, indem von den Käufen an der Förrlibuckstrasse 59/60, dem Koch-Areal, der Eggbühlstrasse 21-25 und dem Airgate-Gebäude die Rede ist. Es scheint, als wären Käufe per Dringlichkeitsbeschluss in den letzten Jahren zu einem beliebten Mittel des Stadtrates geworden, um Liegenschaften zu erwerben - ohne Mitsprache anderer.

Die Stadt argumentierte, dass die Käufe im Eilverfahren notwendig seien, um anderen Interessenten zuvor zukommen.