21. Jazznojazz Festival: Breites Soundpanorama mit britischem Touch

Zürich -Das Zurich Jazznojazz Festival startet fulminant in seine 21. Ausgabe ab 30. Oktober, mit Saxofonist Charles Lloyd und Gitarrist John McLaughlin. Bis Samstag 4. November bespielen 19 Bands drei Bühnen in der Gessnerallee.

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Archivbild vom Jazznojazz Festival in Zürich 2018.

Archivbild vom Jazznojazz Festival in Zürich 2018.

ZVG

Saxofonist Charles Lloyd zählt zur stetig kleiner werdenden Familie der lebenden Legenden des US-Jazz. Dass der Musiker aus Memphis, der seinen Jazz stets neu erfindet, mit 81 ein neues Album präsentiert, unterstreicht seine Kreativkraft. Vier Jahre jünger ist Star-Gitarrist John McLaughlin, der am Eröffnungsabend des Jazznojazz Festivals mit seiner Fusionband ebenfalls die Hauptbühne bespielt. Der Engländer läutet damit ein inoffizielles Motto des Festivals ein.

Very british

Auf allen drei Festivalbühnen spielen zahlreiche Bands aus Grossbritannien. Auf McLaughlin folgt der traditionell funky programmierte Freitag mit einem «very british touch». Mit The Brand New Heavies und Morcheeba stehen zwei zwar angejahrte, aber ungebrochen funkenstiebende Groovebands auf der Hauptbühne. Am Samstag folgt mit Level 42 eine Kultband des Brit-Funk.

Aus der multipel brodelnden junge Londoner Szene bespielen die beiden unterschiedlichen Pianisten Ashley Henry und Kamaal Williams die Nebenbühne im Theater der Künste. Während Henry mit seinem akustischen Trio die Tradition neu belebt, setzt Williams effektvoll auf elektronische Spielereien und HipHop. Nichts weniger als deftigen «Spacejazz» verpricht das Starkstrom-Trio The Comet Is Coming.

Worldjazz von Oslo bis Lagos

Stark vertreten am diesjährigen Jazznojazz sind Mischformen des Worldjazz. Aus Kuba reisen Juan De Marcos und seine Cuban All Stars an. Zudem der grosse Pianist Chucho Valdés, der im Duo mit seinem italienischen Kollegen Stefano Bollani spielt.

Mit Hochspannung erwartet wird das Trio Rymden. Es setzt sich zusammen aus dem norwegischen Pianisten Bugge Wesseltoft sowie Bassist Dan Berglung und Drummer Magnus Öström, die mit dem verstorbenen Esbjörn Svensson das Trio e.s.t. bildeten. Alle waren Jazznojazz-Stammgäste und kehren nun als sehr erfrischendes Nordland-Trio Rymden zurück.

Multikulturelle Schweiz

Im nigerianischen Lagos geboren, gilt Tony Allen als Pionier des Afrobeat, der aktuell in London einen neuen Boom erlebt. Der 81-jährige Drummer spielt am «funky friday». Den Brasiljazz vertreten das bekannte Fusion-Trio Azymuth sowie Saxofononist Rodrigo Botter Maio.

Letzterer vertritt natürlich auch die Schweiz, lebt der brillante Saxer doch seit langem in Zürich. Mit Erika Stucky und Arthur Hnatek steht er für eine multikulturelle Jazz-Schweiz. Sängerin Stucky verlinkt ihre Walliser Heimat mit globaler Avantgarde, der Genfer Drummer Hnatek bewegt sich agil und mit zunehmendem Echo im polyfonen Eurojazz.

www.jazznojazz.ch