Limmattal

Schützen, «Spatz» und ganz viele Treffer

Bei der Schiessanlage Reppischtal-Dietikon herrscht an diesem herrlichen samstäglichen Frühlingstag ein reges Kommen und Gehen. Das traditionelle 36. Reppischtalschiessen mit rund 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern findet statt.

Christian Murer (Text und Bilder)
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Limmattaler Zeitung

Bei der Schiessanlage Reppischtal-Dietikon herrscht an diesem herrlichen samstäglichen Frühlingstag ein reges Kommen und Gehen. Junge und jung gebliebene Schützinnen und Schützen betreten mit ihren Gewehren und Pistolen die Anlage, auf der seit 35 Jahren mit Distanzen von 300, 50, 25 und 10 Metern geschossen wird.

Zu ihnen gehört auch der Jungschützenleiter Peter Meier (54) aus Dietikon. In einer Nische reinigt er ein Sturmgewehr. Schmieren und Salben hilft allenthalben, lautet für ihn genauso beim Schiessen die Losung. «Mir bedeutet das Schiessen sehr viel, weil ich da die vielen Kollegen mit den gleichen Interessen schätze. Zudem betreue ich seit 31 Jahren die Jungschützen», betont er und fährt fort: «Wir haben im Moment fünfzehn Jugendliche, von denen ein gutes Dutzend am Reppischtalschiessen teilnimmt.»

Unter den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern weilt auch der Dietiker Stadtrat Heinz Illi. Er ist nicht nur von Amtes wegen hier. «Das Reppischtalschiessen des ältesten Dietiker Vereins ist nach wie vor der grösste Anlass im Limmattal», ist Illi stolz. Es freue ihn sehr, dass ebenso die Jungen dabei seien. Für ihn sei es wichtig, dass man diesen schönen Platz hier auch ideal nutzen könne. Der neue Zivilschutzleiter der Stadt Dietikon, Daniel Wenger, und der Präsident des Dietiker Schützenvereins, Rolf Neeracher, begleiten den Stadtrat. Für Neeracher ist Schiessen in erster Linie eine Sportart. «Schiessen hat nichts mit Krieg und Töten zu tun», ist der 70-Jährige überzeugt. Für ihn sei das Gewehr keine Waffe, sondern ein ideales Sportgerät. Es freue ihn genauso, dass sich hier jedermann vom 16- bis zum 90-Jährigen messen könne. «Diese Durchmischung ist doch im Sport einzigartig», findet der Präsident.

Inzwischen sitzen die Warner auf ihren Plätzen vor dem elektronischen Kasten Polytronic TG 3002. Zu ihnen gehören Alfred Bigler und Heinz Rietzschel. Sie nehmen die Sache ganz genau. Ab 90 und mehr Punkte gebe es beim Standardgewehr und Karabiner Kranzabzeichen oder Kranzkarten. «Bei den Jugendlichen und Seniorveteranen liegen die Auszeichnungen drei Punkte tiefer», betonen die beiden Warner.

Dann begeben sie sich wie die Meisten in die anliegende Schützenstube. Dort wird über Mittag ein traditioneller «Spatz» serviert. Das ist Siedfleisch in einer köstlichen Gemüsesuppe. Das gibt den nötigen Drive für die Fortsetzung am Nachmittag. Das gilt ebenfalls für den hoch verdienten Ehrenpräsidenten Hans Meier, der etwas wehmütig anfügt: «Leider kann ich heute wegen den kaputten Ellbogen nicht mehr schiessen.»