Gubristausbau

Zürcher Nordumfahrung: Kein Licht am Ende des Gubristtunnels

Oetwil und Geroldswil tun es Weiningen gleich – die beiden Gemeinden gehen wie das Weindorf auf juristischem Weg gegen den Plangenehmigungsentscheid für den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung vor und ziehen vor das Bundesverwaltungsgericht.

Sandro Zimmerli
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Einsprachen gegen den Ausbau der Nordumfahrung Zürich: Noch kein Licht am Ende des (Gubrist-)Tunnels.(Archiv)

Einsprachen gegen den Ausbau der Nordumfahrung Zürich: Noch kein Licht am Ende des (Gubrist-)Tunnels.(Archiv)

Keystone

Während Weiningen mit seiner Einsprache beim Bundesverwaltungsgericht weiter für die Überdeckung des Tunnelportals beim Gubrist kämpft, sind es im Fall von Oetwil und Geroldswil flankierende Massnahmen auf der Autobahn, die zu diesem Schritt geführt haben. «Wir erhoffen uns mit dem Gang vor das Bundesverwaltungsgericht, dass die Autobahn im Zuge des Ausbaus der Nordumfahrung beruhigt wird, insbesondere hinsichtlich des Lärms», sagt Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer.

113 Einsprachen gegen das Projekt

Am 1. Februar hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bekannt gegeben, dass es die Einsprachen gegen den Ausbau der Nordumfahrung Zürich behandelt und die Plangenehmigung erteilt habe. Damit seien die rechtlichen Grundlagen gegeben, um die Stausituation auf einem der meist belasteten Abschnitte des Nationalstrassennetzes entschärfen zu können, schrieb das Uvek damals.

Gegen das Projekt waren 113 Einsprachen eingegangen. Sie betrafen einerseits entschädigungsrechtliche Anliegen von Eigentümern, die Land für den Autobahnausbau aufgeben müssen. Andererseits machten viele Einsprecher lärmrechtliche Argumente geltend. Zu Letzteren gehören auch Oetwil und Geroldswil.

Drei Massnahmen gefordert

«Wir wollen auf der Autobahn flankierende Massnahmen, wenn die dritte Tunnelröhre gebaut wird», so Studer. Deshalb habe man zwischen der Kantonsgrenze und dem Limmattaler Kreuz einen Flüsterbelag gefordert, um den Lärm zu reduzieren. «Zudem wollten wir für denselben Autobahnabschnitt eine Temporeduktion von heute 120 km/h auf 100 km/h», hält Studer fest. Auch diese Massnahme würde dazu beitragen, den Lärm der Autobahn zu verringern.

«Als Letztes haben wir ein Verkehrsmonitoring gefordert. Mit entsprechenden Signalisationen soll die Zufahrt auf die Autobahn gewährleistet werden», so Studer. Sämtliche drei Forderungen seien bei der Plangenehmigung durch das Uvek nicht berücksichtigt worden. Deshalb habe man den Anwalt der Gemeinde damit beauftragt, gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Einsprache einzureichen.

Daran beteilige sich auch Geroldswil. «Überdies haben wir seitens Oetwils für die Hauptstrasse durch die Gemeinde eine verbindliche Terminierung und Finanzierung der flankierenden Massnahmen gefordert», hält Studer fest. Auch das sei nicht berücksichtigt worden.

Baubeginn frühestens 2014

Bevor die Nordumfahrung ausgebaut werden kann, muss zuerst die Plangenehmigung Rechtskraft erhalten. Das ist der Fall, wenn das Bundesverwaltungsgericht – und als nächste Instanz das Bundesgericht – über die Plangenehmigung entschieden haben. Ist diese rechtskräftig, wird das Submissions- beziehungsweise Ausschreibungsverfahren durchgeführt. Der Baubeginn wird frühestens im Frühling 2014 erfolgen.

Das Projekt sieht vor, die Nationalstrasse auf einer Länge von rund 10 Kilometern von vier auch sechs Spuren zu erweitern. Darin enthalten ist auch der Bau einer dritten Gubristtunnelröhre. Die Kosten werden mit rund 940 Millionen Franken beziffert.