Mein Ding

Wo Musik und Elektrotechnik aufeinandertreffen: Die Hammondorgel

Man bringt sie vor allem mit dem psychedelischem Rock der 60er- und 70er-Jahren in Verbindung - jetzt haucht der Oberenstringer Fabian Schenkel der Hammondorgel wieder neues Leben ein.

Cynthia Mira
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Fabian Schenkel haut gerne in die Orgeltasten.

Fabian Schenkel haut gerne in die Orgeltasten.

Bild: Fabio Baranzini

Fabian Schenkel aus Oberengstringen besitzt zwei Hammondorgeln aus den Jahren 1966 und 1974. Die elektromechanische Orgel wurde in den 1930er-Jahren entwickelt. Sie diente als Alternative zur teuren Pfeifenorgel. «Viele Leute kennen den Sound aus diversen Musikrichtungen, aber wissen nicht, dass eine Hammondorgel dahintersteckt», sagt Schenkel. Es sei ein Instrument, das man oft höre, aber nicht immer zuordnen könne. Etwa in Liedern der englischen Hard-Rock-Band Deep Purple. Aber auch im Jazz oder Funk seien dessen Klänge beliebt.

Die Faszination liegt im Innern der Orgel Wenn der 36-Jährige auf einer Hammondorgel spielt, dann übernimmt er drei Stimmen gleichzeitig. Die Melodie spielt er mit der rechten Hand, die Harmonien mit der linken Hand und den Bass mit dem Fuss. «Normalerweise werden diese Stimmen mit drei Instrumenten abgedeckt», sagt er. Entsprechend brauche es Übung. Der Fortschritt sei aber das Schöne. «Plötzlich beherrscht man ein neues Stück und kann mit der Improvisation beginnen.»

Die Orgel habe ihn schon als Kind fasziniert. Etwa dann, wenn sein Onkel oder seine Tante auf Familienfeiern zu spielen begannen. Er habe den eigenen Zugang aber spät gefunden. «Bei einer Veranstaltung imOrgelsurium in Unterengstringen. Dann habe ich mich nach einem Gespräch mit Inhaberin Jackie Rubi für eine Probelektion entschieden», sagt er. Während der Schulzeit habe er Klavier gespielt. Für ihn sei das Musizieren ein Eintauchen in eine andere Welt.

«Es gibt sportliche Tätigkeiten, um den Kopf zu lüften, aber wenn ich mich an die Orgel setze, dann tauche ich in eine andere Welt ein», sagt er. Es gebe einem ein Gefühl, das man nirgendwo sonst bekomme. Musikunterricht nimmt Schenkel nach wie vor bei Jackie Rubi. Von ihr hat er eine alte Hammondorgel geschenkt bekommen, die er nun auf Vordermann bringen will. Denn für ihn ist nicht nur die Vielseitigkeit des Instruments faszinierend. «Ich bewundere auch die Technik und die Geschichte, die dahinterstecken.»

Im Oktober steht ein Konzert mit der Band an

Die Reparatur erfordere viel Know-how, sagt Schenkel. Zugute komme ihm sein beruflicher Werdegang und sein Abschluss in Elektrotechnik an der ETH Zürich. «Man kann alles reparieren, aber man muss eben wissen wie», sagt er. «Es ist oft so, dass man für eine Kleinigkeit das ganze Instrument auseinandernehmen muss, um im hintersten Teil das kaputte Element zu reparieren.» Aber anders als bei heutigen Computerchips sei das Flicken eben möglich.
Als Hobbymusiker spielt Schenkel in der Oberengstringer Pfarrhausband. Sie treten einmal im Jahr in der reformierten Kirche im Dorf auf. Das nächste Mal kann man ihn in diesem Rahmen am 25. Oktober um 17 Uhr im Gospelgottesdienst hören.

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