Wer zuletzt lacht...

Wegen der Coronakrise beginnt unser Kolumnist jetzt auch noch zu basteln

Der Schlieremer Martin von Aesch hat eigentlich zwei linke Hände. Doch jetzt hat ihn die Coronakrise zum Basteln gebracht. Damit hat er auch ein Trauma aus der Schulzeit überwunden.

Martin von Aesch
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Basteln? Das ist nicht jedermanns Sache. Auch unser Kolumnist Martin von Aesch hatte damit in der Schule so seine liebe Mühe, wie er im sechsten Teil seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...» erzählt.

Basteln? Das ist nicht jedermanns Sache. Auch unser Kolumnist Martin von Aesch hatte damit in der Schule so seine liebe Mühe, wie er im sechsten Teil seiner Coronakolumne «Wer zuletzt lacht...» erzählt.

Wenn ich an meine eigene Schulzeit zurückdenke, kommen mir zuerst die Turnstunden in den Sinn. Dann wären da ­natürlich noch die Pausen, die leider aber viel zu schnell ­vorübergingen. Zuunterst auf der Beliebtheitsskala stand bei mir damals Kartonage, also das Basteln, vor allem mit Papier. Genau so, wie es die ­legendäre Gerda Conzetti am Schweizer Fernsehen vor­gemacht hat.

Ich hasste diese Stunden, was aber für einen ­stolzen Besitzer von zwei linken Händen nicht erstaunlich ist. Wenn ich nur schon an das Falzbein und ­dieses gefährliche Messer ­denke, stehen mir noch heute all meine spärlichen ­Haare zu Berg.

Aber auch das Hergestellte ­wollte mir nie so richtig ge­fallen. Hüte aller Art, die auch dem ­leisesten Windstoss nicht standhielten, Schiffchen, die immer gleich untergingen, Flieger, die nicht abheben wollten. ­Wobei ich ­zugeben muss, dass die ­Resultate der anderen ihren Zweck immer bestens ­erfüllten. Nur meine funktionierten nicht so, wie sie sollten.

Doch nun, in diesen schwierigen Zeiten, habe ich meine Ab­neigung diesbezüglich über­winden müssen. Richtig! Ich habe gebastelt. Stundenlang. Und dabei etwas sehr Nützliches hergestellt.

Hier eine kleine Anleitung für die, die meinem Bespiel ­folgen wollen. Was heisst hier «wollen»!? Müssen! Denn Ausreden gibt es nicht. Und Zeit ­haben Sie jetzt auch zum Vergeuden.

Nehmen Sie eine normale ­Zeitung. Also sicher kein Hochglanzmagazin. Legen Sie ein Blatt vor sich hin, falten es und streichen die Faltstelle mehrmals glatt. Nun nehmen Sie ein scharfes Messer und schneiden das Blatt in zwei Teile. Diesen Vorgang wiederholen sie so lange, bis Sie Stücke haben, die etwa 20 auf 20 Zentimeter gross sind. Genauso verfahren Sie mit den nächsten Zeitungsseiten, bis Sie einen ansehnlichen Stapel vor sich liegen haben. Diesen deponieren Sie dann neben der Toilette und schon sind Sie gewappnet gegen alles, was noch kommt.

Toll, oder? In der Schule lernt man halt eben doch Nützliches, auch wenn man dies erst viel später erkennt.

Martin von Aesch Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

Martin von Aesch Der Schlieremer Martin von Aesch gehört als AHV-Positiver zur Corona-Risikogruppe. Hier überlegt er sich, wie er trotz der Krise den Humor nicht verliert.

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