Urdorf
Alleine mit den zehn Kindern: Historiker Roland Gröbli spricht über Dorothea, die Frau von Niklaus von Flüe

Am 27. August veranstaltet die katholische Kirche Urdorf erstmals seit Jahren wieder einen Vortrag. Dabei geht es um die starke Frau an der Seite des Heiligen Bruder Klaus.

Virginia Kamm
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Die fünf Rundbilder von Flavia Travaglini im Sekretariatsgebäude der katholischen Kirche Urdorf zeigen Motive aus Dorothea von Flües Leben.

Die fünf Rundbilder von Flavia Travaglini im Sekretariatsgebäude der katholischen Kirche Urdorf zeigen Motive aus Dorothea von Flües Leben.

Virginia Kamm

Es ist das erste Mal seit einigen Jahren, dass in der katholischen Kirche Urdorf wieder eine Veranstaltung dieser Art auf dem Programm steht: Am 27. August um 19.30 Uhr findet im Pfarreizentrum ein Vortrag über Dorothea von Flüe statt. Autor und Historiker Roland Gröbli spricht über die Frau an der Seite von Niklaus von Flüe oder dem Heiligen Bruder Klaus, dem Schutzpatron der katholischen Kirche Urdorf. Gröbli gilt als fundierter Niklaus-von-Flüe-Kenner.

«Ich habe zufällig Gröblis neues Buch ‹Leben und Bedeutung einer aussergewöhnlichen Frau – Dorothee Wyss von Flüe› gefunden», sagt Pfarrer Max Kroiss. Daraufhin habe er ihn angerufen und angefragt. Kroiss freut sich, dass nach ein paar Jahren wieder ein Vortrag stattfindet: «Früher haben wir regelmässig solche besonderen Veranstaltungen durchgeführt, doch in den letzten Jahren hat sich das auch wegen der Pandemie etwas verloren», sagt er.

Kinder sind von den Rundbildern fasziniert

Dorothea hat eine besondere Bedeutung für die Urdorfer Katholiken: Seit 2017 hängen fünf Motive aus ihrem Leben im Sekretariatsgebäude der Kirche. 600 Jahre war es damals her, seit der Heilige Bruder Klaus im Flüeli in der Gemeinde Sachseln im Kanton Obwalden geboren wurde. Die Bilder zeigen Dorothea mit ihrem ersten Sohn, mit ihren zehn Kindern, oder wie sie den toten Niklaus von Flüe in den Armen hält. «Die Kinder, die den Religionsunterricht besuchen, sind immer wieder fasziniert von den bunten Bildern», erzählt Kroiss. Gemalt hat die Rundbilder die Künstlerin Flavia Travaglini auf Holzscheiben aus Sachseln, Niklaus von Flües Heimatort. Ihr Vater Piero Travaglini war es zudem, der die farbigen Fenster der Urdorfer Kirche erstellt hat.

Für Pfarrer Max Kroiss steht Dorothea von Flüe, die um 1430 geboren wurde, für eine starke Frau. Ohne sie wäre Niklaus von Flüe wohl niemals 1947 heiliggesprochen worden. Sie hat ihrem Mann die Freiheit gewährt, die Familie zu verlassen, um in der 300 Meter entfernten Ranftschlucht zu leben und Gott zu dienen. An ihrer Seite war Niklaus von Flüe dies nicht möglich. Dorothea blieb mit den zehn gemeinsamen Kindern alleine zurück. Kroiss sagt:

«Speziell war zum Beispiel auch, dass Dorothea den Trauerzug von Bruder Klaus anführte. Das tat normalerweise immer ein Mann.»

Vor allem für Frauen findet der Pfarrer das Thema des Vortrags daher wichtig.

Kroiss freut sich auf eine möglichst grosse Zuhörerschaft. «Roland Gröbli ist der Spezialist in der Schweiz», sagt er. Nach dem Vortrag an der Schönheimstrasse soll nach Möglichkeit noch ein Apéro stattfinden.

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