Drohendes Referendum

Überparteiliches Zürcher Komitee macht sich für Limmattalbahn stark

Das überparteiliche Komitee «Ja zur Limmattalbahn» empfiehlt ein Ja zum Projekt, das voraussichtlich zur Volksabstimmung kommt. Die Bahn stärke den Lebensraum Limmattal und damit den ganzen Kanton Zürich.

Drucken
Teilen
Limmattalbahn mit Korridoren nach Baden

Limmattalbahn mit Korridoren nach Baden

zvg - Architron Gmbh Zürich
Limmattalbahn: die möglichen Korridore bis nach Baden.

Limmattalbahn: die möglichen Korridore bis nach Baden.

AZ

Gegen den Beschluss des Zürcher Kantonsrats von Ende März, den Realisierungskredit von 510 Millionen Franken zu bewilligen, hat eine Gruppierung aus dem Limmattal das Referendum ergriffen und am Dienstag dem Kanton eingereicht. Voraussichtlich im November 2015 oder im Februar 2016 werde über den Finanzierungskredit abgestimmt, schreibt das Komitee in einer Mitteilung.

Die Region sei in den letzten Jahren stark gewachsen und gehöre auch weiterhin zu den Regionen mit dem grössten Entwicklungspotenzial im Grossraum Zürich. Zusätzliche Transportkapazitäten zwischen Zürich und Baden AG seien dringend nötig.

Mit flankierenden Massnahmen würden gleichzeitig Engpässe auf den Strassen beseitigt, heisst es in der Mitteilung. Dem Komitee gehören namhafte Politikerinnen und Politiker aller Couleurs an - von SVP bis zu SP und Grünen.

Das Projekt in Kürze

Der Zürcher Kantonsrat hat sich bereits für ein Limmattaler Gesamtverkehrsprojekt ausgesprochen, dessen Herzstück die Limmattalbahn ist. Sie soll auf 13,4 Kilometern 27 Haltestellen verbinden.

Zum Projekt gehören drei Elemente: die erste Etappe der Bahn von Altstetten bis Schlieren, die zweite Etappe von Schlieren bis Killwangen und ein Kredit für Strassen-Anpassungen und Kapazitätserweiterungen. Auf den Kanton Zürich entfällt ein Anteil von 510,3 Millionen für die Limmattalbahn – wobei sich dieser noch auf knapp 380 Millionen reduziert, wenn der Bund sich, wie in Aussicht gestellt, auch an der zweiten Etappe beteiligt. Für die erste Etappe hat er bereits 66,7 Millionen gesprochen.

Der Kredit von 136,3 Millionen für das Strassenprojekt ist an die Bahn gebunden und wird nur eingesetzt, wenn diese gebaut wird. Geplant sind Anpassungen entlang des Neubautrasses und Kapazitätssteigerungen im Bereich Bernstrasse und Überlandstrasse. Weil die Zentren von Schlieren und Dietikon vom Verkehr entlastet werden sollen, wird dorthin ein Teil des Verkehrs von der Zürcher- und Badenerstrasse verlagert.

Bis die Limmattalbahn wirklich gebaut werden kann, muss sie noch eine weitere Hürden nehmen. Am 5. Mai hat sich der Aargauer Grosse Rat für einen Kredit von 179 Millionen Franken ausgesprochen. Doch haben die Gegner des Projekts das Referendum angekündigt. Kommt es zustande, hat das Stimmvolk das letzte Wort.

Bis Ende Jahr sollte der Entscheid fallen, wer die Bahn betreiben wird. Zurzeit können mögliche Betreiber bei den beiden Bestellerkantonen Offerten einreichen. Laut ZVV-Direktor Franz Kagerbauer sind VBZ, BDWM und SZU im Rennen. Gebaut werden soll die erste Etappe der Bahn ab 2017. (BHI)