Unterengstringen

Schweizer Oktett begeistert mit Pfingstkonzertreihe: «Das Publikum war sehr aufmerksam»

Festliche, nachdenkliche und zuweilen leicht übermütige Klänge aus der Klassik und Romantik erfüllten die Klosterkirche Unterengstringen. Zum 16. Mal begeisterte das Schweizer Oktett mit seiner Pfingstkonzertreihe.

Ly Vuong
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Von links Andrea Kolle (Floete), Silvia Zabarella (Oboe), Mischa Greull (Horn), Maria Wildhaber (Fagott), Fabio di Casola (Klarinette).
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Pfingstkonzert im Kloster Fahr
Von links Andrea Kolle und Silvia Zabarella zusammen mit drei Musikern vom Schweizer Oktett bildeten das Blaeserquintett. -
Mit den Bläserquintetten der Musiker vom Schweizer Oktett und zwei befreundeten Bläserinnen entdeckte der Zuhörer auf der Reise stets überraschende Momente am Wegrand.

Von links Andrea Kolle (Floete), Silvia Zabarella (Oboe), Mischa Greull (Horn), Maria Wildhaber (Fagott), Fabio di Casola (Klarinette).

Ly Vuong

«Die Pfingstkonzerte des Schweizer Oktetts im Kloster Fahr sind nicht mehr aus dem Limmattaler Kulturleben wegzudenken», sagte Organisator Andrea Schmid. Zum 16. Mal gingen sie an Pfingsten über die Bühne und begeisterten rund 200 Besucher. Das Konzert am Samstag bestritt ein Teil des Schweizer Oktetts mit befreundeten Künstlerinnen: Mit der Flötistin Andrea Kollé und Silvia Zabarella an der Oboe spielten die Musiker Fabio di Casola (Klarinette), Mischa Greull (Horn) und Maria Wildhaber (Fagott).

Gleich zu Beginn eroberten die Musiker die Herzen der Zuhörer und zwar mit dem «Quintett Opus 46 Nummer 2» von Franz Danzi, dem Altmeister des Bläserquintetts aus der Klassik. Nach Danzi folgten zwei Komponisten aus der Romantik: Antonín Dvořák und Paul Tafanell. Das «Quintett in F-Dur» von Dvořák ist eine Bearbeitung seines ursprünglich für Streicher geschriebenen «Amerikanischen Streichquartetts Opus 96».

Man wähnte sich darin in einem idyllischen Paradies. Selbst die unbefangenen Engel auf der Decke der Klosterkirche schienen sich in übermütige Kinder zu verwandeln, welche die ermahnende Stimme der Erwachsenen mit «das kümmert uns alles nicht» zu quittieren wussten. Tafanells «Quintett in G-Moll» aus dem Jahr 1878 ist inspiriert von Richard Wagners Opern. Das opernhafte Pathos zeigte sich in diesem Werk in den sich manchmal zu überklingen suchenden Stimmen der einzelnen Instrumente.

Wenn die Musik spricht

Die Atmosphäre in der Kirche sei etwas sehr Schönes, doch stelle das Echo in diesen heiligen Räumen eine besondere Herausforderung dar. «Als Musiker müssen wir die Noten noch ‹phrasierter› spielen, das heisst, auf die Gestaltung der Töne hinsichtlich Stärke, Rhythmus und Pausensetzung besonders achten», erklärte Fabio di Casola vom Schweizer Oktett. Diese Leistung kam bei den Besuchern gut an.

«Mir gefiel Dvořák am besten. Es war beeindruckend, dass eine ursprünglich für Streicher konzipierte Komposition so gut für ein Bläserquintett funktioniert. Ich glaubte darin eine Konversation zu hören», sagte die 14-jährige Anouk Hartmann aus Turgi, die selbst Klarinette spielt. Die Gastmusikerin Silvia Zabarella war ebenfalls angetan. «Musik ist eine Sprache. Wenn das Publikum aufmerksam ist, kann man mit ihm kommunizieren. Und das Publikum war sehr aufmerksam», sagte Zabarella.

Auch Organisatorin Xenia Burkard zog eine positive Bilanz: «Die Musiker sind dankbar für die Plattform und die positiven Reaktionen der Besucher bestärken Andrea Schmid und mich.»

Schmid und Burkard kennen die Pfingstkonzerte seit Kindesbeinen und haben die Organisation vor drei Jahren vom Schweizer Oktett übernommen. Burkard ist die Tochter des Oktett-Mitglieds Gallus Burkard und Schmid der Sohn des ehemaligen Oktett-Managers Johannes Schmid-Kunz.