Aesch

Positive Bilanz nach einem Jahr Alterssiedlung Mättihof

Die Warteliste für Alterswohnungen der Stiftung «Wohnen im Alter Aesch» wird länger und länger. Stiftungspräsidentin Susanne Burla schreibt dies dem positiven Bild zu, das die Bewohner der Siedlung nach aussen ins Dorf tragen.

Alex Rudolf
Drucken
Teilen
Präsidentin Susanne Burla und Vorstandsmitglied Brigitte Restle der Stiftung «Wohnen im Alter Aesch»

Präsidentin Susanne Burla und Vorstandsmitglied Brigitte Restle der Stiftung «Wohnen im Alter Aesch»

Limmattaler Zeitung

Zwei betagte Damen sitzen in der Oktobersonne auf einer Bank in der mit Holz verkleideten Laube. Der angeregte Austausch scheint ansteckend zu sein, denn nach nur wenigen Minuten stösst eine weitere Bewohnerin der Alterswohnungen Mättlihof hinzu und hält einen kurzen Schwatz. Mit viel Genugtuung beobachten die Aescher Sozialvorsteherin Susanne Burla und ihre Kollegin Brigitte Restle vom Vorstand der Stiftung «Wohnen im Alter Aesch» das Geschehen. «Diese Form von Austausch unter den Bewohnern haben wir uns gewünscht», sagt Burla.

Hilfe zur Selbstständigkeit

In den zwei Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 19 Wohnungen an der Hornstrasse in Aesch fanden im Sommer 2012 genau 25 Personen ein neues Zuhause. Doch noch mehr würden gerne in den Mättlihof ziehen: Zurzeit sind laut Burla 14 Personen auf der Warteliste eingeschrieben. Auf die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis hat sie sofort eine Antwort parat: «Wir zwingen den Menschen keine Dienstleistungen auf, sondern unterstützen die Ressourcen, die sie haben.» Restle präzisiert, dass sich die Bewohner gegenseitig beim täglichen Leben unter die Arme greifen können. Diese Hilfe zur Selbstständigkeit, wie Burla es nennt, sei für die Betagten sehr wichtig, da sie auf diese Weise langfristig selbstständig wohnen können. «Unsere älteste Bewohnerin ist 94 Jahre alt und kocht noch immer ziemlich aufwendig», sagt Restle. Nur beim Wegbringen des Altglases oder bei anderen kleinen Arbeiten brauche sie ab und zu eine helfende Hand, sagt sie weiter. Diese bieten das Hauswartsteam oder die anderen Bewohner des Mättlihofs. Die Dienstleistungen anderer Anbieter, etwa diejenigen der Spitex oder des Mahlzeitendienstes, können nach Bedarf auch vermittelt werden.

Die Bewohner sehen sich jedoch nicht nur, wenn es darum geht, einander zu helfen. Es besteht auch ein Angebot an Freizeitaktivitäten, das allen offen steht. Dazu verpflichtet sei jedoch niemand, betont Restle. So kann im Gemeinschaftsgarten gejätet, im Gemeinschaftsraum gegessen und an manchen Nachmittagen gemeinsam gebastelt werden.

Bewohner integrieren sich

Die Verknüpfung zwischen den Bewohnern des Mättlihofs und dem Dorf sei der Stiftung «Wohnen im Alter Aesch» ein grosses Anliegen, sagt Präsidentin Burla. Zunächst seien die alteingesessenen Aescher nicht von der Alterssiedlung überzeugt gewesen. Nur rund die Hälfte der Bewohner sind langjährige Aescher oder haben nahe Angehörige in Aesch. Das Image habe sich inzwischen aber geändert, so Burla. «Die Bewohner des Mättlihofs sind oft im Dorf unterwegs und integrieren sich bestens. Die Aescher haben ihnen schnell angemerkt, dass sie sich hier sehr wohl fühlen.»

Wie es mit der Siedlung weitergehen soll, weiss Burla ziemlich genau: «Hoffentlich genau so wie bisher.» Dass man innerhalb des ersten Jahres noch keinen Mieterwechsel habe verzeichnen müssen, spreche für sich, hält Restle fest. So sollen die bestehenden Angebote noch um weitere gemeinnützige Projekte für Senioren ausgebaut werden. So könne der Gemeinschaftsraum noch intensiver genutzt werden.