Persönlich
«Wissen Sie nicht, dass Autos hier oben verboten sind?» – so habe ich ein BMW-Paar vom Egelsee vertrieben

Nun habe auch ich mit eigenen Augen gesehen, dass es Leute gibt, die mit dem Auto zum Bergdietiker Egelsee fahren. Doch wie soll man darauf reagieren?

David Egger
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Der Egelsee ist noch zu grossen Teilen zugefroren. Aber der Frühling erwacht.

Der Egelsee ist noch zu grossen Teilen zugefroren. Aber der Frühling erwacht.

David Egger / Limmattaler Zeitung

Eigentlich ist es ja romantisch. Das Pärchen sitzt auf zwei Bänkli, beschattet von den Bäumen, die sich der letzten Sonnenstrahlen des Tages ergötzen. Vielleicht kommen sich die zwei an diesem Dienstagabend noch näher. Die Enten flattern über den Egelsee, und landen dort, wo das Eis schon geschmolzen ist. Andere Vögel zwitschern ihr Lied, der Kies knirscht unter den Schuhen der Jogger. Frühlingserwachen, hier oben ists am schönsten. Doch die Idylle ist gestört.

Neben dem Pärchen, es ist kein Märchen, steht ein fetter BMW, weiss, schon die Nummer verheisst Gefahr. Jogger und andere Vorbeiziehende schauen verdutzt, aber niemand sagt etwas. Zivilcourage kann schliesslich gefährlich sein. Aber mit dem E-Bike könnte ich ja schnell davonrasen, wenn jemand auf mich loskommt, also wage ichs: «Sie, ich habe kurz eine Frage. Wissen Sie nicht, dass Autos hier oben verboten sind?»

Sie wussten es nicht. Obwohl das Verbotsschild schon unten in Kindhausen steht. Aber das übersieht man wohl auf einer Fahrt zu einem Tête-à-tête mit Schmetterlingen im Bauch da oben beim Bergdietiker Bijou Egelsee.

«Ich dachte, ich sags Ihnen, bevor die Polizei Sie erwischt.» Die beiden bedanken sich und fahren hinfort, mit dem BMW übers holprige Waldsträsschen. War das nun gut von mir, da das Auto sofort wegfuhr aus dem Naturschutzgebiet? Oder war das schlecht, dass ich das Paar nicht der Polizei verpfiff? Wie hätten Sie gehandelt?

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