Dietikon

Nächsten Mittwoch werden Limmattalbahn-Gegner das Stadthaus belagern

Stadtrat Jean-Pierre Balbiani nahm 1048 Unterschriften von Limmattalbahn-Gegnern entgegen – nächsten Mittwoch gibt es eine Demo.

David Egger
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Bernhard Schmidt übergibt die Petition an Stadtrat Jean-Pierre Balbiani.

Bernhard Schmidt übergibt die Petition an Stadtrat Jean-Pierre Balbiani.

DEG

Mit einer Petition rufen die Limmattalbahn-Gegner den Dietiker Stadtrat dazu auf, bedingungslos die Interessen des Dietiker Volks zu vertreten, das sich in der Abstimmung 2015 mit einem Nein-Anteil von rund 64,5 Prozent gegen das Jahrhundertprojekt aussprach.

Heute Morgen, nur 28 Tage nach dem Start der Unterschriftensammlung, hat die IG Limmattalbahn-Nein nun 1048 Unterschriften in einer hölzernen Weinschachtel an den Dietiker Stadtrat Jean-Pierre Balbiani (SVP) übergeben. Dieser versprach, dass der Stadtrat die Petition an einer der nächsten Sitzungen beraten werde. «Unsere Antwort und wie es weitergeht, werden wir noch dieses Jahr bekanntgeben», so Balbiani, der den ferienhalber abwesenden Stadtpräsidenten Otto Müller (FDP) vertrat.

Die Unterschriftensammlung wurde früher als geplant beendet. Grund dafür ist ein Manifest des Komitees «Vorwärts Limmattal». Am kommenden Mittwoch sind Limmattaler Wirtschafts- und Behördenvertreter dazu aufgerufen, im Dietiker Stadthaus das Manifest zu unterzeichnen, das unter anderem eine S-Bahn-Station in der Dietiker Silbern fordert.

Das Problem: Nicht im Manifest, aber in der Einladung für die Manifestsunterzeichnung, haben der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller und der Spreitenbacher Gemeindeammann Valentin Schmid (FDP) auch geschrieben, dass sie zudem «den verzögerungsfreien Bau der Limmattalbahn» fordern – das geht den Gegnern gegen den Strich. «Es wurde darum Zeit, den Stadtrat jetzt mit den 1048 Unterschriften an den Dietiker Volkswillen zu erinnern», sagt Bernhard Schmidt von der IG Limmattalbahn-Nein, der im Juni als Parteiloser in die Dietiker Schulpflege gewählt worden ist. Ursprünglich hatte sich die IG vorgenommen, 5000 Unterschriften zu sammeln.

Für nächsten Mittwoch, wenn das Komitee «Vorwärts Limmattal» im Stadthaus zur Unterschriften-Abgabe für ihr Manifest aufruft, plant die IG Limmattalbahn-Nein nun eine Gegenveranstaltung auf dem Platz vor dem Stadthaus. «Das Manifest wird kaum so viele Unterschriften erreichen wie unsere Petition», glaubt Schmidt.

Danach will sich die IG auf die beiden Initiativen konzentrieren, die sie im Köcher hat. Die städtische, die verlangt, dass das Dietiker Volk über jeden Kredit, den die Stadt im Zusammenhang mit der Limmattalbahn sprechen will, entscheiden kann.

Dazu die kantonale, die brisant ist: Sie fordert eine neue Abstimmung über die Bahn. Da eine solche Abstimmung nicht mehr vor Baustart der ersten Etappe von Zürich Altstetten bis Schlieren erreicht werden kann, fordern die Gegner nur noch eine Neu-Abstimmung über die zweite Etappe von Schlieren nach Killwangen-Spreitenbach, wie Schmidt gestern erstmals erklärte. Er wird das Initiativkomitee präsidieren. Die Justizdirektion prüfe derzeit den Initiativtext der kantonalen, die Dietiker Stadtverwaltung den Text der städtischen Initiative.