Dietikon

In Dietikon steht die grösste Batterie der Schweiz

Erneuerbare Energie wird immer wichtiger. Das Problem: Sonne und Wind liefern nicht konstant Strom – und Strom kann nur schwer gespeichert werden. EKZ und ABB starten nun ein Pilotprojekt und gehen mit dem ersten Batteriespeicher ans Netz.

Katja Landolt
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Bruno Völlmin, Projektleiter des Batteriespeichers der EKZ, zeigt die Batteriemodule.PATRICK B. KRAEMER/key

Bruno Völlmin, Projektleiter des Batteriespeichers der EKZ, zeigt die Batteriemodule.PATRICK B. KRAEMER/key

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und das Energietechnikunternehmen ABB haben ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet, um dieses Speicherproblem zu lösen: Nach neun Monaten Bauzeit haben sie gestern Morgen in Dietikon den grössten Batteriespeicher der Schweiz in Betrieb genommen und ins Mittelspannungsnetz der EKZ eingebunden. Er speichert so viel Energie wie rund 125000 Handy-Akkus.

Stromversorgung sichern

«Der Batteriespeicher soll das Ungleichgewicht zwischen Einspeisung und Verbrauch regulieren», sagte Peter Franken, Leiter Geschäftsbereich Energieverteilung der EKZ an der gestrigen Veranstaltung. Erneuerbare Energieträger würden nicht konstant Energie liefern und grossen Schwankungen unterliegen: Nachts bricht die Energieabgabe einer Photovoltaikanlage ein, in den Mittagsstunden liefern sie Spitzenwerte. Um solche Schwankungen abzufedern, braucht es neue Speichermöglichkeiten wie den Batteriespeicher.

Heute geschieht das hauptsächlich durch das Umwandeln von elektrischer Energie in eine andere Energieform, beispielsweise mithilfe eines Pumpspeicherkraftwerks. Doch diesen Werken sind in Anzahl und Lage Grenzen gesetzt, ausserdem geht beim Betrieb viel Energie verloren. «Es gibt einen gewaltigen Bedarf an Speicher, die Strom effizient speichern können», fasste Robert Itschner, Leiter Geschäftsbereich Schaltanlagen der ABB, zusammen.

Zwei Millionen investiert

Der Speicher in Dietikon hat eine maximale Leistung von einem Megawatt. Ein Megawatt entspricht der Leistung, die ein grosses Quartier mit 400 bis 1000 Einwohnern braucht. Die Batterie kann Energie bis 500 Kilowattstunden speichern, womit ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt für 40 Tage mit Strom versorgt werden kann. In der Batterie werden Lithium-Ionen-Akkumulatoren verwendet, wie sie auch in Handys oder Elektroautos eingebaut werden. Die Zellen wandeln die Energie in chemische Energie um. Der Verlust liegt dabei bei rund 15 Prozent.

Erstellt und weiterentwickelt wurde die Anlage von ABB, betrieben wird sie durch die EKZ. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Erfahrungen über das Verhalten von Batteriespeichern im Netz sammeln. «Uns interessiert, wie sich der Lade- und Entladeprozess des Batteriespeichers im praktischen Einsatz bewähren wird», sagte Itschner. Diese Erkenntnisse würden wegweisend sein für solche Anlagen. «Energiespeicher sind eine Schlüsselkomponente des künftigen Elektrizitätsnetzes», so Itschner. Erste Ergebnisse sollen in rund einem Jahr vorliegen.

Die Investitionen für den Riesenakku belaufen sich auf rund zwei Millionen Franken.