«Gubrist-Deckel»

Gubrist: «Ein positives Omen für Weiningen»

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker spricht im Interview über die Debatte in Bern zur dritten Tunnelröhre am Gubrist. Stocker sieht den Stand der Diskussion als positives Omen für die Gemeinde Weiningen.

Sandro Zimmerli
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Mehr als nur Lärmschutz: Mit einem Transparent über der Autobahn zeigte der Weininger Gemeinderat 2010, was der «Deckel» für ihn bedeutet. jk

Mehr als nur Lärmschutz: Mit einem Transparent über der Autobahn zeigte der Weininger Gemeinderat 2010, was der «Deckel» für ihn bedeutet. jk

Limmattaler Zeitung

«Es muss ein möglichst guter Schutz der Bevölkerung Weiningens erreicht werden.» Der Zürcher Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker war vergangenen Dienstag in die Sitzung der Verkehrskommission des Nationalrates eingeladen. Dort wurde über die von Weiningen geforderte Überdeckung des Gubristportals im Rahmen des Baus der dritten Tunnelröhre diskutiert. Während der Kanton das Weininger Anliegen unterstützt, wird es vom Bundesamt für Strassen abgelehnt. Weil sich diese divergierenden Meinungen auch in der Verkehrskommission herauskristallisierten, hat sie sich entschieden, bis zur nächsten Sitzung eine Kommissionsmotion (siehe Box) zu formulieren, die zu einer Kompromisslösung führen soll.

Ernst Stocker, wie hoch schätzen Sie die Chance ein, dass Weiningen einen «Deckel» beim Gubrist erhält?

Ernst Stocker: Als ich in der Kommission war, habe ich in der Diskussion ein grosses Verständnis gespürt für die Anwohner in Weiningen. Ich bin zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werden kann.

Werten Sie den Umstand, dass die Verkehrskommission des Nationalrates bei der Diskussion der Petition zur «Chance Gubrist» zu keinem Entscheid gelangt ist, als gutes oder schlechtes Omen für die Gemeinde Weiningen?

Die Kommission ist zum Entscheid gelangt, dass eine Kommissionsmotion eingereicht werden soll. Dies ist meines Ermessens ein positives Omen für Weiningen.

Welchen Eindruck haben Sie von der Diskussion in der Verkehrskommission gewonnen?

Es war eine sachliche, gute Diskussion.

Die Kommissionsmotion

Eine Kommissionsmotion, wie sie die Verkehrskommission des Nationalrates bezüglich der «Chance Gubrist» formulieren will, ist mit einer Motion, die von einem Parlamentarier eingereicht wird, gleichwertig. «Der Unterschied ist, dass sie nicht von einer Einzelperson, sondern von einer Kommission eingereicht wird», erklärt Kommissionssekretär Stefan Senn. Damit eine Kommissionsmotion eingereicht werden könne, bedürfe es der Zustimmung einer Mehrheit der Kommissionsmitglieder. Die Motion zum «Gubrist-Deckel» werde voraussichtlich am 1. Februar eingereicht. (zim)

Sie haben erklärt, dass der Kanton grundsätzlich bereit sei, sich an den Kosten der Überdeckung zu beteiligen. Bislang sprach man von einem ähnlichen Kostenteiler wie bei der Überdeckung Katzensee (Bund 65Prozent, Kanton 20Prozent und die Stadt Zürich 15Prozent). Weiningen hat sich bereit erklärt, 10Prozent zu übernehmen. Und der Kanton?

Wir gehen davon aus, dass ein Kostenteiler analog der Überdeckung Katzensee zur Anwendung kommen wird. Der definitive Kostenteiler wird aber erst in Verhandlungen ausgearbeitet werden.

Die Meinungen zwischen den Parteien bezüglich Machbarkeit und Zeitrahmen gehen weit auseinander. Es soll deshalb ein Kompromiss ausgearbeitet werden. Wie muss dieser beschaffen sein, dass der Kanton dahinter steht?

Es darf keine Zeitverzögerung entstehen. Und es muss ein möglichst guter Schutz der Bevölkerung Weiningens erreicht werden.

Inwiefern wird sich der Kanton bei der Suche nach einem Kompromiss engagieren?

Mir ist wichtig, dass eine Lösung gefunden werden kann. Deshalb habe ich auch an der Sitzung der Kommission teilgenommen. Und deshalb werde ich mich mit meiner Direktion auch weiter für eine gute Lösung einsetzen.