Dietikon

Grundeigentümer fürchten wegen Planzer eine Verzögerung im Niderfeld

Im Grundsatz sind die Landbesitzer mit dem Masterplan für das Niderfeld zufrieden – sie stören sich einzig am Vorgehen der Stadt bezüglich eines Logistikzentrums der Firma Planzer im Entwicklungsgebiet.

Alex Rudolf
Drucken
Teilen
Der heutige Standort von Planzer im Industriegebiet Silbern bietet dem Unternehmen nicht genug Platz. Daher plant das Logistikunternehmen ein neues Zentrum im Niderfeld. Florian Niedermann

Der heutige Standort von Planzer im Industriegebiet Silbern bietet dem Unternehmen nicht genug Platz. Daher plant das Logistikunternehmen ein neues Zentrum im Niderfeld. Florian Niedermann

Die Reaktionen auf den Masterplan Niderfeld, den die Stadt am Mittwoch präsentierte, sind positiv. Der Verein Grundeigentümer im Niderfeld (VGND) verkündete in einer Mitteilung, dass man grundsätzlich hinter den Plänen der Stadt stehe, ortet aber auch einen Stolperstein. So werde den unterschiedlichen Interessen der 34 dem Verein angeschlossenen Landbesitzer – gemeinsam gehören ihnen 92 Prozent der Grundfläche im Niderfeld – zwar Rechnung getragen.

Auch stelle der Masterplan, der die Basis für die Ausarbeitung des öffentlichen Gestaltungsplans bildet, eine städtebaulich und raumplanerisch sinnvolle Lösung dar. Einzig der Fahrplan für die Entwicklung des Logistikzentrums der Firma Planzer bereitet dem VGND Sorgen. Weil sich die Stadt nicht mit Planzer auf die Rahmenbedingungen einigen konnte, bestehe ein «erhebliches Risiko», dass sich die Realisierung des Masterplans verzögert.

Da der Platz im heutigen Hauptsitz im Dietiker Silbernquartier knapp ist und das Transportunternehmen seinen Standort beim Bahnhof Altstetten bis spätestens in acht Jahren aufgeben muss, plant Planzer ein Logistikzentrum im Niderfeld. Mit einer Fläche von rund 125'000 Quadratmetern ist Planzer die grösste Landbesitzerin im Gebiet. Wie sich im vergangenen März zeigte, ist dies jedoch mehr Land, als das Unternehmen für seinen neuen Sitz nutzen kann. Damals wurde bekannt, dass das Logistikzentrum nicht mehr als rund 80'000 Quadratmeter einnehmen darf.

Doch Planzer muss sich noch an weitere Auflagen halten, wie die Präsentation des Masterplans zeigte. So ist darin zu entnehmen, dass für die Realisierung eines Logistikzentrums ein zum öffentlichen Gestaltungsplan ergänzender Gestaltungsplan notwendig ist. Darin gelte es die im Masterplan vorgesehenen Eckwerte verbindlich zu regeln. Neben der Begrenzung der Maximalfläche auf 70'000 bis 75'000 Quadratmeter kommt noch eine Vielzahl weiterer Vorgaben hinzu. So wird die Erschliessung des neuen Zentrums über die Mutschellenstrasse samt Erstellung eines verkehrstechnischen Gutachtens verlangt.

Zudem muss Planzer eine Mantelnutzung für Dienstleistungen und Gewerbe von rund 36'000 Quadratmetern Geschossfläche und einen immissionsarmen sowie städtebaulich gut gestalteten Übergang zur benachbarten Wohnnutzung erstellen. Auch müsste Planzer eine allfällige Seilbahnstation, die das Niderfeld mit der potenziellen S-Bahn-Haltestelle Silbern verbindet, dulden. Dieser ergänzende Gestaltungsplan muss vom Gemeinderat und bei einem Referendum gar vom Volk abgesegnet werden. Dass die Stadt diesen ergänzenden Gestaltungsplan verlangt, ist für den VGND problematisch: «Mit dem gewählten Vorgehen seitens des Stadtrats ist die Gefahr gross, dass der erarbeitete Masterplan nicht nur verzögert, sondern grundsätzlich infrage gestellt wird», heisst es in der Mitteilung.

Der Dietiker Stadtpräsident Otto Müller lässt sich von den Aussagen des VGND nicht aus der Ruhe bringen: «Es ist erfreulich, dass der Vorstand grundsätzlich hinter dem Masterplan steht», sagt er auf Anfrage. Die Kritik über den ergänzenden Gestaltungsplan nehme er zur Kenntnis, verweist aber darauf, dass dies ein regulärer Verfahrensentscheid der Exekutive sei. «Dass wir für anspruchsvolle, komplexe Projekte einen ergänzenden Gestaltungsplan verlangen, ist ein vertretbarer Weg», sagt Müller.

So würden auch im Rahmen des Gebiets Silbern-Lerzen-Stierematt private Gestaltungspläne etwa für gewisse Hochhausareale verlangt. Die notwendige Detailplanung wäre in einem öffentlichen Gestaltungsplan nicht machbar. Müller ist zuversichtlich, dass neben dem öffentlichen Gestaltungsplan auch der ergänzende Gestaltungsplan von Planzer im Parlament oder gar bei einer allfälligen Volksabstimmung eine Mehrheit finden wird. «Auch wenn viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, ist die Logistik an diesem am Bahnnetz gelegenen Standort sinnvoll.»

Planzer hält sich in dieser Angelegenheit bedeckt. In der Mitteilung des VGND sei bereits alles gesagt, sagt Lukas Ricklin von Planzer auf Anfrage. Auch sei man weiterhin an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit der Stadt Dietikon interessiert.