Geraucht trotz Rauchverbot, Corona-Regeln ignoriert – Stadtpolizei deckt in illegalen Beizen viele Verstösse auf

Auf ihrer regelmässigen Beizentour kontrollierte die Stadtpolizei Dietikon am Freitagabend 55 Personen. Dabei ging ihr auch ein gesuchter Nordmazedonier ins Netz.

David Egger
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Die Stadtpolizei Dietikon sprach rund ein Dutzend Ordnungsbussen wegen Rauchens innerhalb von Lokalen aus.

Die Stadtpolizei Dietikon sprach rund ein Dutzend Ordnungsbussen wegen Rauchens innerhalb von Lokalen aus.

CH Media

Von 17.30 bis 22.15 Uhr ging die Dietiker Stadtpolizei am Freitagabend auf Beizentour. Sie kontrollierte ein Take-away-Lokal, zwei Bars und vier Vereinslokale, teilte sie am Montag mit. Beim Take-away war noch alles in Ordnung. Ganz anders bei den Bars und angeblichen Vereinen: Drei Vereinslokale entpuppten sich als illegale Beizen, «weil sie den Betrieb öffentlich führten», statt ihn nur für Vereinsmitglieder zu öffnen. «Zwei Vereinslokale konnten nicht einmal Vereinsstatuten oder einen Handelsregistereintrag vorweisen», sagt der Chef der Stadtpolizei Dietikon, Marco Bisa, gegenüber der «Limmattaler Zeitung».

Auch aktuelle Mitgliederlisten sucht die Stadtpolizei an solchen Orten jeweils vergeblich. Um die Mitgliederlisten zu überprüfen, sind jeweils zahlreiche Personenkontrollen nötig. «Insgesamt 55 Personen» seien überprüft worden, teilte die Stadtpolizei mit. So ging ihr nebenbei ein 31-jähriger Nordmazedonier ins Netz: «Er musste wegen eines offenen Ermittlungsauftrags auf die Polizeiwache geführt werden.»

Neben fehlenden Wirtepatenten stellte die Stadtpolizei zahlreiche weitere Verstösse gegen das Gastgewerbegesetz fest: «Der Inhaber einer Bar wurde verzeigt, weil das Fumoir nicht korrekt angeschrieben war.» Zudem war in drei Lokalen keine Preisliste vorhanden und in einem Fall waren die Jugendschutzbestimmungen nirgends deklariert, die besagen, dass Bier und Wein erst ab 16 Jahren und härterer Alkohol ab 18 erlaubt ist.

14 Verstösse gegen das Rauchverbot

Ein weiteres Problem waren Beizen-Bosse und Raucher, die sich keinen Deut um Rauchverbote scheren. 14 Mal musste die Stadtpolizei entsprechende Verstösse feststellen. Die meisten davon konnten mittels Ordnungsbusse geahndet werden.

Genauso ignorant verhielten sich manche Beizen-Bosse gegenüber den geltenden Corona-Vorschriften. «Mehrere Lokale führten keine Gästeliste. Da diese Vorschrift aber erst seit ein paar Tagen gilt, verzichteten wir darauf, die Gastgeber sofort zu verzeigen. Zurzeit setzen wir noch auf Aufklärungsarbeit», erklärt Polizeichef Bisa.

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Ein Auge hatte die Polizei auch auf illegales Glücksspiel. Bei dieser Kontrolle habe man aber keines feststellen können, sagt Bisa. Illegales Glücksspiel ist gerade in Dietikon immer wieder ein Problem, das hat auch die Kantonspolizei schon bestätigt.

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Das Katz-und-Maus-Spiel im zwielichtigen Teil der Dietiker Beizenlandschaft endet auch nach der neuerlichen Kontrolle nicht. Manche Beizen-Bosse machen trotz Busse weiter wie bisher. «Unter den Gebüssten hat es auch Wiederholungstäter», sagt Stadtpolizei-Chef Bisa gegenüber der «Limmattaler Zeitung».