Schlieren
Der letzte Countdown hat begonnen - Das neue Spital wird gebaut

Am Mittwochmorgen wurde in Schlieren Spatenstich für das neue Spital Limmattal gefeiert. Es war ein historischer Moment – denn es ist bereits der dritte Anlauf, zu einem Neubau zu kommen. Doch diesmal wird es klappen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Spatenstich Limmi Viva
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Die Gästeschar.
Thomas Brack, Spitaldirektor
Markus Bärtschiger, Spitalpräsident
Max Walter, langjähriger Präsident der Baukommission
Mit einer riesigen Schaufel erfolgt der Spatenstich.

Spatenstich Limmi Viva

Bettina Hamilton-Irvine

Ein Knopf wird gedrückt, laut ertönt das Lied «It’s the Final Countdown». Die Stimmung hat etwas Erhabenes. Eine Prozession von Männern und Frauen in orangen Baugilets und mit Helmen auf den Köpfen erscheint, angeführt von Spitaldirektor Thomas Brack. Sie tragen eine riesige Schaufel, schreiten zügig in Richtung der Gästeschar. Es wird applaudiert und gelächelt.

Mit etwas Pomp und viel Stolz wurde gestern der Spatenstich für das neue Spital Limmattal in Schlieren gefeiert. Es ist ein Meilenstein auf dem Weg zum lange ersehnten Neubau. Denn es ist bereits der dritte Anlauf, um endlich zu einem neuen Spital zu kommen. Und diesmal, darauf deutet alles hin, wird es klappen. Nun beginnt, wie im Lied besungen, der letzte Countdown.

Entsprechend gross war die Freude gestern. Und entsprechend gross waren die Worte, die gebraucht wurden, um den historischen Moment zu markieren. Spitaldirektor Brack zitierte ein chinesisches Sprichwort: «Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.» Er sei überzeugt, mit dem aktuellen Projekt habe man eine Windmühle gebaut, fügte er an.

Eine «Maschine zum Gesunden»

Auch Spitalpräsident Markus Bärtschiger griff zum Zitat, und zwar zu einem von Le Corbusier: «Ein Haus ist eine Maschine zum Wohnen.» In diesem Sinne sei das neue Spital eine «Maschine zum Gesunden». Und Jacky Gillmann, Verwaltungsratspräsident des Totalunternehmers Losinger Marazzi, der das neue Spital baut, sagte: «Es war nicht immer einfach, wir waren uns nicht immer einig. Aber das Resultat ist da: Es ist ein reifes Projekt.»

Nun wird gut vier Jahre lang gebaut, bis der 270 Millionen Franken schwere Neubau Ende 2018 bezugsbereit sein soll. Er wird während laufendem Betrieb um das alte Gebäude herum gebaut, das danach abgerissen wird. Das neue Spital wird mit 200 Betten ungefähr gleich gross sein wie das aktuelle. Weil die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Spital jedoch sinkt, steigt die Kapazität trotzdem. Zudem soll der moderne Bau praktischer und komfortabler werden, die Abläufe vereinfachen und effizienter machen und die Wege verkürzen. Dies auch, weil im Neubau, der teilweise sechs- und teilweise dreistöckig ist, nicht mehr ständig die Etagen gewechselt werden müssen wie im aktuellen Hochhaus. In den ambulanten und behandelnden Bereichen wird die Kapazität vergrössert.

Kaum zu glauben, aber wahr

Dass das Limmattal tatsächlich noch zu einem neuen Spital kommen wird, war oft kaum mehr zu glauben gewesen. Denn schon 1996 dachte man erstmals über eine Erweiterung des 1970 eröffneten Spitals nach. Seither mussten die Verantwortlichen viele Turbulenzen, Unsicherheit und Frust aushalten.
Gaby Niederer, die gestern stellvertretend für die Mitarbeitenden des «Limmis» sprach, brachte es am besten auf den Punkt. «Stellen Sie sich vor, es wird ein neues Spital geplant, und es wird nicht gebaut», sagte sie: «Stellen Sie sich vor, es wird nochmals ein neues Spital geplant, und es wird wieder nicht gebaut.» Deshalb sei es vielen Mitarbeitenden lange Zeit schwergefallen, zu glauben, dass es diesmal wirklich klappen werden. Doch nun herrsche unter den mehr als 1200 Mitarbeitenden Aufbruchstimmung, so Niederer. Man freue sich auf das moderne Gebäude, auf gute Raumaufteilung, mehr Platz und nicht zuletzt «auf Lifte, die auch kommen, wenn man sie ruft».

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