Dietikon

Der «Königin der Instrumente» wird zum 70. Weihetag gehuldigt

Mit einem Konzert wird das Jubiläum der Kirchenorgel in der St. Agatha in Dietikon gefeiert. Auch Hauptorganist Bernhard Hörler ist mit dabei.

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Cynthia Mira

Heute Freitag um 18.40 Uhr wird in der katholischen Kirche St. Agatha in Dietikon gefeiert: Vor fast genau 70 Jahren, am 15. Oktober 1950, war die Kirchenorgel eingeweiht worden. Im Rahmen des Festkonzerts spielt neben den Aarauer Turmbläsern und Trompeter Claude Rippas auch Organist Bernhard Hörler Kirchenmusik von bedeutenden Komponisten aus verschiedenen Epochen. Aufgrund der coronabedingten Platzbeschränkung wird um Anmeldung gebeten. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte aufgenommen.

Ein Schreibfehler ist Teil der Geschichte

Um die oft als Königin der Instrumente bezeichnete Orgel zu ehren, spielt Hörler am Jubiläumskonzert unter ­anderem das Stück «Einzug der Königin von Saba» von Georg Friedrich Händel. Acht Stücke aus dem «Gloria» der «Messe für die Klöster» von François Couperin sollen zudem an den speziellen Schriftzug auf der Orgel erinnern: «Gloria in exelsis Deo» («Ehre sei Gott in der Höhe») steht dort geschrieben – und das mit Schreibfehler. «Dem ‹excelsis› fehlt das C, nun schon seit 70 Jahren. Aber das ist eben auch Teil der Geschichte dieser einzigartigen Orgel, weswegen wir es so lassen», sagt Hörler, «hoffentlich noch für lange Zeit.»

Hörler ist seit fast 27 Jahren der Hauptorganist der St. Agatha. Folglich hat er schon etliche Konzerte auf der Orgel gespielt. Dazu gehören seit 2002 auch die kurzen Feierabendmusik-Konzerte, die mehrheitlich das ganze Jahr hindurch jeweils Freitagabend stattfinden. «Diese Orgel ist... wie kann ich das ausdrücken? Sie ist mein Kind. Klanglich und optisch ist sie einfach ein Bijou. Die Orgel findet weit über die Region Zürich hinaus Beachtung.»

Die elektropneumatische Orgel stammt aus dem Hause Metzler, einem Orgelbauunternehmen mit Sitz in Dietikon. Zur Jahrtausendwende und nochmals 2016 wurde sie Renovationsarbeiten unterzogen, die beide Male von Hörler initiiert worden waren. Der heutige Klang der Orgel ist denn auch ihm zu verdanken. So hat die Orgel seit vier Jahren ein 32-Fuss-Tiefbassregister, das ihr klangliche Tiefe verleiht. «Es kann die Kirche zum Zittern bringen. Physisch ist die Orgel jetzt noch viel spürbarer als vorher», schwärmt der Organist. «Das Einsetzen des Registers hat sich schon tausendfach bezahlt gemacht.»