Schlieren

Dem Stadtrat schlägt in der Energie- und Verkehrspolitik Skepsis entgegen

Die städtische Energie- und Verkehrspolitik verunsichern die Bevölkerung. Schlieremer Hauseigentümer befürchten teure Umrüstungen ihrer Gasheizungen auf Fernwärme. Der ausgedehnte Fussgängerbereich im Zentrum weckt die Angst vor Verkehrsstau.

Jürg Krebs
Drucken
Teilen
Der Stadtplatz kommt zwischen Parkside und Lilie zu stehen

Der Stadtplatz kommt zwischen Parkside und Lilie zu stehen

Limmattaler Zeitung

Die städtische Energie- und Verkehrspolitik waren am Mittwochabend Thema an einer gemeinsamen Veranstaltung der FDP Schlieren und des örtlichen Hauseigentümerverbands. Es informierten der zuständige Stadtrat Jean-Claude Perrin und Stadtingenieur Manuel Peer. Die Moderation hatte Kantons- und Gemeinderat Andreas Geistlich (FDP) inne. Hintergrund waren der neue Energieplan und der neue Verkehrsplan, die zur Diskussion stehen. Der Veranstaltung im Stürmeierhuus wohnten rund 100 Personen bei.

Förderung erneuerbarer Energien

Beim Thema Energieplan traten die Gegner des Wärmeverbunds auf den Plan. Namentlich der Hauseigentümerverband ist ein erklärter Gegner der Politik des vom EWZ geführten Wärmeverbunds und ein Befürworter der bislang berechenbaren städtischen Gasversorgung. Der Zwang, neue Gebäude in gewissen Stadtgebieten dem Wärmeverbund anschliessen zu müssen, wurde kritisiert. Bedenken wurden laut, dass die Stadt plötzlich Quartiere vom Gasnetz nimmt und bei den Hauseigentümern hohe Erschliessungskosten an den Wärmeverbund auslöst.

Einen abrupten Wechsel werde es nicht geben, sagte Jean-Claude Perrin. Die Stadt glaube noch immer ans Gas, auch wenn sie erneuerbare Energien fördern wolle und deshalb das Wärmeverbundsgebiet ausgedehnt habe. Beides ist im neuen Energieplan festgehalten.

Beim Thema Verkehrsplan und Stadtplatzprojekt war der Fussgängerbereich im Zentrum Thema. Stadtrat Perrin bekannte sich zum Fussgängerbereich und zeigte geplante Umfahrungsmöglichkeiten auf und wie der Transitverkehr über die Bernstrasse aus dem Zentrum herausgehalten werden kann. Auch der Schleichverkehr durch die Quartiere werde im Auge behalten.

Die Befürchtung ging um, dass die verschiedenen Projekte wie Stadtplatz, Ausbau Engstringer-/Bernstrassenkreuzung und Limmattalbahn während rund fünf Jahren den Verkehr in Schlieren lahm legen werden. Zuerst müssten die Umfahrungskapazitäten erhöht werden, bevor der Platz gebaut werde. Die Frage der Koordination von Stadt und Kanton ist tatsächlich noch offen. Stadtrat Perrin verwies auf die Planungshoheit des Kantons, was das Publikum schlecht goutierte.

Angst vor gesperrter Bahnhofstrasse

Die Absicht die Bahnhofstrasse gegen den Stadtplatz hin zu sperren, wurde von Anrainer, Drogerist und Detaillisten-Präsident Philipp Locher kritisiert. Er befürchtet ein Lädelisterben, weil die Kunden dann einen Umweg fahren müssten, um mit dem Auto vors Geschäft fahren zu können. Stadtingenieur Peer und Stadtrat Perrin wiesen auf die Möglichkeit hin, sich während der Auflagefrist schriftlich zu äussern. Die Einwendungen würden daraufhin geprüft.