Bundesgericht
Rote Fabrik in Wollishofen wird saniert – Anliegen der Nachbarschaft werden abgelehnt

Das Bundesgericht hat im jahrelangen Rechtsstreit um die Rote Fabrik in Zürich Wollishofen einen Schlussstrich gezogen: Es hat eine Gruppe von Anwohnern abblitzen lassen. Damit kann das Kulturzentrum fast zehn Jahre nach dem Brand doch noch saniert werden.

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Die Zürcher Feuerwehr beim Löschen des Brandes in der Roten Fabrik im Jahr 2012.

Die Zürcher Feuerwehr beim Löschen des Brandes in der Roten Fabrik im Jahr 2012.

Walter Bieri

Die vier Kritiker aus der Nachbarschaft hatten eine ganze Liste, die ihnen am Sanierungsprojekt nicht passte. So verletze das Projekt etwa die Lärmschutzvorschriften und den Denkmalschutz.

Das Bundesgericht hat die Kritiker nun aber abblitzen lassen, wie aus dem am Dienstag publizierten Urteil hervorgeht. Die Kritik der Nachbarn sei - grob zusammengefasst - unzutreffend, und die Beschwerde werde deshalb abgewiesen. Die vier Nachbarn werden nun gemeinsam die Gerichtskosten von 6000 Franken übernehmen müssen.

Knackpunkt Rautenmuster

Beim Brand der Roten Fabrik im März 2012 ging ein nachträglich angebrachter Dachaufbau aus den 1950er-Jahren in Flammen auf. Mit dem Umbauprojekt will die Stadt Zürich den neuen Dachaufbau nun schmäler, aber dafür ein Stockwerk höher machen. Geplant sind unter anderem auch Änderungen an der Fassade sowie mehr Notausgänge.

Neben dem Lärm war vor allem die backsteinrote Fassade mit dem Rautenmuster ein juristischer Knackpunkt. Das Verwaltungsgericht entschied im Jahr 2016, dass die Stadt Zürich ein denkmalschützerisches Gutachten zur Fassade einholen müsse und gab den Anwohnern damit ein Stück weit Recht.

Die Stadt überarbeitete daraufhin das Projekt und das Verwaltungsgericht gab anschliessend doch seinen Segen zum Umbau. Die Anwohner wollten sich jedoch damit nicht geschlagen geben und gingen vor Bundesgericht. Nach mehreren Jahren Unklarheit wurde das Sanierungsgesuch vom Bundesgericht nun definitiv angenommen und die Beschwerde der Nachbarn als «unzutreffend» bezeichnet. (dam)