Demonstration
«Öffnet die Häfen»: Diese Forderungen stellen Zürcher Aktivisten nach Rackete-Verhaftung

Die deutsche Sea-Watch-Aktivistin Carola Rackete hat 40 Flüchtlingen das Leben gerettet und sitzt trotzdem - oder gerade deswegen - in Haft.

Jara Helmi
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Demonstration Rackete, Zürich
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Carola Rackete drohen zehn Jahre Haft.
Gaia, 24, Zürich «Die Verhaftung von Rackete ist völlig unmenschlich – sie hat kein Verbrechen begangen, sondern Menschenleben gerettet. Ich bin dafür, dass die Häfen geöffnet werden.»
Luca, 24, Zürich «Die Kriminalisierung der Flüchtlingshilfe ist etwas, das man im Zweiten Weltkrieg zuletzt gesehen hat. Die europäischen Länder müssen sich mit Italien solidarisieren: Es kann nicht sein, dass alle Staaten ihre Grenzen schliessen und die Flüchtenden in Italien lassen.»
Katja, 30, Zürich «Carola Rackete hat Leben gerettet und es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass das gewährleistet wird. Es ist unsere Aufgabe, die Leute in Sicherheit zu bringen und ihnen einen möglichst würdigen Aufenthalt zu garantieren.»
Andreas Barille, 42, SP-Nationalrat «Mich regt es auf, dass immer noch so viele Menschen im Mittelmeer ertrinken und es wenige gibt, die sich für sie einsetzen. Wir fordern, dass die Kapitänin freigelassen wird und dass Flüchtende in den Häfen von Italien und den anderen Ländern der EU aufgenommen werden. Das Gesetz muss abgeschafft werden, das es strafbar macht, Menschenleben zu retten.»

Demonstration Rackete, Zürich

watson.ch

Die Empörung über das Vorgehen der Regierung von Premier Matteo Salvini ist nicht nur in sozialen Medien gross. Am Montagmittag haben sich in Zürich über 50 Aktivisten vor dem italienischen Konsulat an der Tödistrasse versammelt. «Salvini ist ein Mörder», skandieren einige der Demonstranten. Sie fordern die sofortige Freilassung von Rackete.

Die Kapitänin eines Flüchtlingsschiffes ist am Montagmorgen von der Insel Lampedusa nach Sizilien verlegt worden, wo sie am Nachmittag dem Richter vorgeführt wird. Ihr drohen bis zehn Jahre Knast.

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