Geroldswil

Nur zwei Tage nach Eröffnung: Vandalen verwüsten Huebegg-WC

In der Zentrumsüberbauung Huebegg treiben Vandalen ihr Unwesen. Nach der Beschädigung der WC-Anlage folgten am Donnerstagabend auch noch Graffiti in der Tiefgarage. Die Gemeinde ist enttäuscht und prüft nun Massnahmen.

Sibylle Egloff
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Kein schöner Anblick: Die WC-Brille in der öffentlichen Toilette in der Huebegg ist verkohlt. Vandalen zündeten sie vergangenen Samstagabend an.

Kein schöner Anblick: Die WC-Brille in der öffentlichen Toilette in der Huebegg ist verkohlt. Vandalen zündeten sie vergangenen Samstagabend an.

zvg

Ein brauner Film liegt über dem Pissoir und dem Lavabo, die weisse Türe ist mit schwarzen Schmierereien bedeckt und die WC-Brille verkohlt. Die öffentliche WC-Anlage in der Tiefgarage der Zentrumsüberbauung Huebegg in Geroldswil wurde von Vandalen verwüstet.

Die Gemeinde musste sie vergangenen Samstag, zwei Tage nach der Eröffnung des Parkhauses und dem Bezugstermin der ersten Mieter der 27 Wohnungen am 1. Oktober, bereits wieder schliessen. «Es ist einfach schlimm, dass man fremdes Eigentum beschädigt», sagt Karl Suter. Dem Gemeindeschreiberstellevertreter ad interim der Gemeinde Geroldswil fehlen beim Anblick der Fotos immer noch die Worte. «Der Gemeinderat ist sehr enttäuscht und traurig über das zerstörerische Verhalten», sagt er. Man müsse davon ausgehen, dass die Toilette mutwillig angezündet worden sei. Am Samstagabend, dem 3. Oktober, sei der Feueralarm losgegangen. «Die Vandalen müssen sich zwischen 20 und 21 Uhr im WC aufgehalten haben», sagt Suter.

Der Gemeinderat ist sehr enttäuscht und traurig über das zerstörerische Verhalten.

(Quelle: Karl Suter, Gemeindeschreiberstellevertreter ad interim der Gemeinde Geroldswil)

Das WC wurde nun ausser Betrieb genommen, um es wieder in Stand zu stellen. «Die genauen Kosten des Schadens kennen wir noch nicht», sagt Suter. Doch eins sei klar: Die Aktion sei unnötig und bestrafe letztendlich alle Benutzerinnen und Benutzer der Anlage.

Öffnungszeiten fürs WC oder Schlüssel für Benutzer

Die Gemeinde will nun, sobald die Toilette wieder offen ist, die Vorgänge genau beobachten. «Sollte noch einmal so etwas passieren, werden wir uns eine andere Handhabung überlegen müssen», sagt Suter. Er kann sich vorstellen, dass die WC-Anlage zum Beispiel entsprechend der Öffnungszeiten von Coop und der Apotheke Pill zugänglich gemacht würde oder die Kunden für die Benutzung der Toilette Schlüssel verlangen müssten. Man hoffe aber natürlich, dass das nicht nötig sein werde.

Wichtig ist Suter, dass die Bevölkerung nun sensibilisiert ist und die WC-Anlage im Auge behält. So könne sie bei besonderen Vorkommnissen sofort die Gemeinde informieren. Man verspricht sich aber auch Hilfe von den Geroldswilerinnen und Geroldswilern bei der Suche nach den Vandalen. Wer Hinweise zur Täterschaft machen kann, soll sich an die Gemeindepolizei Geroldswil wenden. Sachdienliche Informationen werden mit 300 Franken belohnt.

Doch auch eine Woche nach der Verwüstung der Huebegg-Toilette kehrt keine Ruhe ein. Am Donnerstagabend schlugen die Vandalen in der Zentrumsüberbauung erneut zu. Dieses Mal im Parkhaus selbst. Graffiti wurden angebracht. Auch diese Aktion stimmen Suter und den Gemeinderat traurig. «Es ist jemand, der das wohl nicht zum ersten Mal gemacht hat. Und offenbar scheint die Person, den FCZ zu mögen», sagt Suter. Eines der Graffiti-Motive ist nämlich ein Schriftzug des Fussballclubs.

Graffiti im Parkhaus In der Tiefgarage der Huebegg geht der Vandalismus weiter. Von Donnerstag auf Freitag wurden Graffiti an die Wand gesprayt. 

Graffiti im Parkhaus In der Tiefgarage der Huebegg geht der Vandalismus weiter. Von Donnerstag auf Freitag wurden Graffiti an die Wand gesprayt. 

zvg

Dass die beiden Vandalenakte gezielt gegen die neue Huebegg gerichtet seien, bezweifelt Suter. Er wird mit der Gemeindepolizei nun Sofortmassnahmen für die Überbauung prüfen. Suter hofft auch in diesem Fall auf Hinweise aus der Bevölkerung. «Es wird einiges kosten, die Graffiti zu entfernen. Deshalb wären wir froh, wenn wir die Täterschaft bald finden, damit sie für den Schaden aufkommt.»

Geroldswil ist nicht die einzige Gemeinde im Limmattal, die in letzter Zeit von Vandalen heimgesucht wurde. Jüngst trieben Unbekannte auf dem Unterengstringer Schulareal Büel ihr Unwesen. Sie versprayten Wände und beschädigten Lampen, Plexiglasscheiben und ein Klimagerät. Beim Schulhaus Reitmen in Schlieren kämpft die Stadt ebenso gegen Ruhestörungen und Vandalenakte, die seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zugenommen haben. In Bergdietikon kam es im Juli zu Zerstörungen im Aussenbereich des Jugendtreffs, die zu einem Sachschaden von 1600 Franken führten.

Im ganzen Limmattal kommt es zu Vandalismus

Auch Weiningen kennt das Problem. Aufgrund der Sachbeschädigungen und Sprayereien auf dem Schulhausareal Schlüechti setzt die Gemeinde nun auf Videokameras, um die Vandalen abzuschrecken und zu überführen. Die Stimmberechtigten gaben dem Erlass eines Reglements zur Videoüberwachung von öffentlichen Orten und Räumen in der Gemeinde an der Gemeindeversammlung Mitte September grünes Licht. Urdorf setzt neben Polizeipatrouillen und einem privaten Sicherheitsdienst ebenso auf Videoüberwachung. Dies, weil Vandalismus und Ruhestörungen vor allem im Zentrum Spitzacker und auf den Sportplätzen seit längerer Zeit ein Problem darstellen und sich während des Corona-Lockdowns noch verschärften.

In Birmensdorf verspricht man sich durch Videokameras ebenfalls Linderung. Die Stimmberechtigten der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf/ Aesch und der Primarschulgemeinde Birmensdorf sprachen sich im Dezember 2019 an der Gemeindeversammlung für ein Reglement zur Videoüberwachung aus. Dies nachdem es in Birmensdorf vermehrt zu Sachbeschädigungen durch Jugendliche gekommen war, die sich vorwiegend nachts auf Sportplätzen und Schulhöfen versammelten.

In der Nachbargemeinde Uitikon hängen seit dem 1. März 2020 in der Schulanlage Schwerzgrueb Videokameras. Dies aber nicht um Sachbeschädigungen zu verhindern, sondern um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten. An der Schule war es wiederholt zu potenziell gefährlichen Manipulationen an abgestellten Velos von Schülerinnen und Schülern gekommen. Zwecks Prävention und Verhinderung von strafbaren Handlungen hat die Schulpflege am 20. Januar 2020 ein Reglement zur Überwachung der Schulanlagen erlassen.