Uitikon

Leuen-Waldegg-Quartier: Das Siegerprojekt «Bucato» wird doch nicht realisiert

Weil sich die Gemeinde und Architekten bezüglich der Kosten nicht einigen konnten, wird das Waldeggplatz-Siegerprojekt nicht realisiert. Vonseiten der Architekten heisst es nun, man sei zu Abstrichen bereit gewesen.

Alex Rudolf
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Sicht auf den künftigen Waldeggplatz: Derzeit baut die ADTinnova AG mit dem Projekt Crystal den Auftakt des Quartiers Leuen-Waldegg. Hier ein Foto anlässlich eines Baustellenbesuchs vor rund einem Monat.

Sicht auf den künftigen Waldeggplatz: Derzeit baut die ADTinnova AG mit dem Projekt Crystal den Auftakt des Quartiers Leuen-Waldegg. Hier ein Foto anlässlich eines Baustellenbesuchs vor rund einem Monat.

Severin Bigler

Der jüngste Ortsteil von Uitikon hätte eigentlich ein gebührendes Eingangstor erhalten sollen. Die Arbeit daran kam jüngst aber ins Stocken. Mitte 2017 präsentierte die Gemeinde das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Siegerprojekt mit Namen «Bucato» aus der Feder des Zürcher Büros Schaub Zwicky Architekten der Öffentlichkeit. Auf dem abfallenden Gelände mit Namen Baufeld C hätte eine Parkgarage entstehen sollen. Auf der darüberliegenden Freifläche wäre ein Platz mit Pavillon entstanden, der zur Visitenkarte für das Leuen-Waldegg-Quartier und zum Begegnungsort seiner Bewohner geworden wäre.

Auch die Fachwelt zeigte sich begeistert. Die Zeitschrift «Tec21» nannte «Bucato» etwa Parkhaus mit Poesie. Nun gibt die Gemeinde aber bekannt, dass man auf die Realisierung verzichte. Der Gemeinderat schreibt im Uitiker Gemeindekurier, dass sich bei der Weiterbearbeitung des Projektes bedauerlicherweise gezeigt habe, dass die Kostenschätzungen der Gemeinde und des Siegerteams weit auseinanderlagen.

«Vorstellungen nicht im Einklang»

«Auch nach mehreren Besprechungen konnten sie nicht in Einklang gebracht werden. Die Preisvorstellungen des Siegerteams überstiegen dabei den im Finanzplan eingestellten Betrag für dieses Projekt sehr deutlich», heisst es weiter. Wie hoch dieser Betrag ist, darüber schweigt die Gemeinde. Bekannt ist einzig, dass das Stimmvolk Mitte 2016 einen Kredit in der Höhe von 146'000 Franken für die Durchführung des Architekturwettbewerbs sprach.

Dass ihre Preisvorstellungen den eingestellten Betrag überschritten, kann Regula Zwicky von Schaub Zwicky Architekten nicht unterschreiben. «Für den Wettbewerb hat die Gemeinde gar kein Kostendach vorgegeben, an welchem wir uns hätten orientieren können», sagt sie auf Anfrage der Limmattaler Zeitung. Zudem hält sie fest: «Wir wären durchaus bereit gewesen, das Wettbewerbsprojekt zu überarbeiten, um die Baukosten zu senken.»

«Wir wären bereit gewesen, das Wettbewerbsprojekt zu überarbeiten, um die Baukosten zu senken.»

Regula Zwicky, Schaub Zwicky Architekten

Leider habe aber lediglich ein Treffen mit Gemeindevertretern stattgefunden. «Üblich wäre eine Weiterbearbeitung des Wettbewerbsbeitrags im Rahmen eines Vorprojektes gewesen. Dies, um Bedürfnisse, Ansprüche und Kosten im Dialog mit der Bauherrschaft in ein sinnvolles Gleichgewicht zu bringen», so Zwicky, «dafür wurde uns leider kein Auftrag erteilt.» Wie dem auch sei: Das Entwurfsteam bedauere sehr, dass «Bucato» nun nicht realisiert werde, wie Zwicky sagt.

Für eine Stellungnahme bezüglich der unterschiedlichen Auffassungen zur Zusammenarbeit mit Schaub Zwicky Architekten war gestern im Gemeindehaus niemand zu erreichen.

Etwas anderes soll kommen

Und nun? Wie soll der Eingang zum neuen Quartier dereinst aussehen? Wie der Gemeinderat schreibt, erarbeitet er aktuell eine kostengünstigere Variante ohne Parkierungsgalerie. «Zu gegebenem Zeitpunkt werden der Einwohnerschaft Resultate zur Genehmigung unterbreitet.»

Denn würde man den aktuellen Platz brach liegenlassen, würde die Entstehung eines Platzes sowie die darauf erwünschte öffentliche Nutzung stark beeinträchtigt. «Dies hätte eine deutliche Abwertung des Auftakts zum neuen Quartier zur Folge.»