Dietikon

Lehrstellenmarkt stösst auf grosses Interesse

Am Lehrstellenmarkt zeichneten sich am Dienstag für viele Jugendliche kleine Erfolgserlebnisse ab. Einige gingen mit der Zusage für eine Schnupperlehre nach Hause.

Christian Tschümperlin
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Lehrstellenmarkt der Bezirke Affoltern und Dietikon
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Laut Projektleiter Markus Eggler machten die Jugendlichen einen gut vorbereiteten Eindruck.
Flavius (14, Affoltern am Albis) Flavius interessiert sich für eine Lehre als Koch. Er steht zusammen mit vielen anderen Jugendlichen beim Stand eines Golfclub-Restaurants an. Die Konkurrenz ist gross. "Ich bin der Richtige, weil ich zu Hause gerne koche für die Familie und dies auch als Beruf tun will." Er erwarte, dass er die Lehrstelle bekomme.
Emis (15, Bonstetten) Emis hat das Gespräch noch vor sich. Nervös sei er nicht. "Ich bin in der Erwartung hier hin gekommen, viele verschiedene Firmen kennen zulernen. Zudem erwarte ich schöne Gespräche." Am meisten interessiere er sich für die Lehre als Detailhandelsfachmann. Für die Lehre habe er sich entschieden, weil er den Kundenkontakt schätze und kontaktfreudig sei.
Michele (15, Dietikon) Michele hat das Gespräch schon hinter sich. Ob er sein Ziel erreicht hat, eine Schnupperlehre zu vereinbaren, weiss er noch nicht. Der Arbeitgeber habe gesagt, dass sie sich bei ihm noch melden.

Lehrstellenmarkt der Bezirke Affoltern und Dietikon

Christian Tschümperlin

Der 15-jährige Emis möchte im Sommer eine Lehre als Detailhandelsfachmann beginnen. Die passende Lehrstelle hat er allerdings noch nicht. Mutig steht er im reformierten Kirchgemeindehaus Dietikon. Er ist einer von rund 150 Oberstufenschülern, die gestern Nachmittag am Lehrstellenmarkt der Bezirke Dietikon und Affoltern ihr Glück versuchen. Die Vorstellungsgespräche liegen noch vor ihm. «Ich freue mich auf schöne Gespräche», sagt er selbstbewusst. Dass er eine Lehre im Detailhandel machen will, weiss er schon länger. Denn: Ihm gefällt der Kundenkontakt.

Sami (15) hat sein Gespräch bereits hinter sich und ist erleichtert, dass er sein Tagesziel erreicht hat: Er bekam die Zusage für eine Schnupperlehre als Elektroinstallateur. «Mathematik hat mir immer Spass gemacht in der Schule. Darauf haben sie grossen Wert gelegt», sagt er.

15-minütige Vorstellungsgespräche

Ein Vorstellungsgespräch dauert an diesem Nachmittag rund 15 Minuten. Projektleiter Markus Eggler von der Berufsberatung biz Urdorf, dem Organisator des Anlasses, spricht von «Speeddatings». Dabei gehe es darum, dass sich die Jugendlichen und die Arbeitgeber gegenseitig kennenlernen. Er beobachtet dass das Interesse am Lehrstellenmarkt dieses Jahr sehr gross sei. «Die Jugendlichen machen einen gut vorbereiteten Eindruck», sagt er.

Dafür hat unter anderem Berufsintegrations-Experte Josef Müller gesorgt. Er bereitete Schüler aus drei Schulhäusern auf den Lehrstellenmarkt vort. Für ihn ist es wichtig, den Schülern zu zeigen, wie wertvoll sie für den Betrieb sind. Im Vorfeld hat er mit ihnen einige Vorstellungsgespräche durchgespielt. Müller ist vor Ort, um Jugendliche auch auf weniger gut bekannte Lehren hinzuweisen.

Noten massgebend

Arbeitgeber Rolf Hausmann von HR Technics ist zum zweiten Mal mit von der Partie und hat einen besonderen Gast mitgebracht: Leandro war vor einem Jahr in derselben Situation wie die Schüler, die sich nun als Elektroinstallateur bewerben. Der 16-Jährige hat das erste Jahr der Lehre erfolgreich hinter sich gebracht. «Ich bin hier, um das Eis zu brechen und den Bewerbern zu erzählen, wie es bei uns im Betrieb so zu und her geht», sagt er. Hausmann wird an diesem Tag etwa vier Gespräche führen. Er sagt er schaue schon auch auf das Auftreten. Für ihn seien aber die Mathematiknoten massgebend.

Auch Michele (15) erzählt, dass sich der Arbeitgeber im Gespräch vor allem für seine Noten interessiert habe. Er habe schon viele Bewerbungen verschickt und sieht den Lehrstellenmarkt als gute Gelegenheit, eine seiner Traumlehren in Angriff nehmen zu können: Logistiker, Automobil-Fachmann oder Detailhandelsfachmann. «Aber die drei Lehren sind halt sehr beliebt», sagt er. Nun hofft er auf eine Zusage.