Dietikon

Eine Halle voller portugiesischem Flair: Diese Party bietet mehr als nur traditionelle Volksmusik

Eine abwechslungsreiche Party mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen und Stars aus Portugal gab es am Samstagabend in der Stadthalle Dietikon zu erleben. Rund 400 Besucher kamen aus der ganzen Schweiz.

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Made in Portugal Event hat Tradition

Made in Portugal Event hat Tradition

Cynthia Mira

Gänsehaut bildete sich auf Diego Milheiros Arm, als er mit Begeisterung den Blick auf das Handy richtete. Sichtlich gerührt erzählte er, wie die legendäre US-amerikanische Metal-Band Metallica zu Ehren des kürzlich verstorbenen Zé Pedro – Mitglied der portugiesischen Rockband Xutos-Pontapés – einen Song übernommen und gespielt habe. Xutos-Pontapés ist eine im Jahre 1978 gegründete und besonders in Portugal erfolgreiche Band, die am Samstagabend zum Event «Made in Portugal» in der Stadthalle Dietikon auf der Bühne stand.

Seit 2009 wird der Grossanlass, der besonders die Herzen der portugiesischen Community höherschlagen lässt, von Diego Milheiro und Paulo Martins jeweils im Frühling und im Herbst organisiert. Die beiden Portugiesen führen damit auch in diesem Jahr die Tradition mit der insgesamt achtzehnten Ausgabe weiter: «Wir wollen das Flair verbreiten und die Menschen zusammenbringen und das Ziel ist es – ähnlich dem Festival Caliente – ein Anlass für alle zu bieten», so Milheiro.

Das Besondere sei jeweils, dass mehrere Top-Künstler aus Portugal an einem Abend hintereinander auftreten würden. «Wir bieten einen Abend von sehr hoher Qualität, und das ist mir wichtig, ich mag keine halben Sachen», sagt er.

«Es gibt noch so viel mehr»

Milheiros eigene Wurzeln liegen in einem kleinen Dorf in Portugal, und so kam er einst in die Schweiz, um seine Ferien zu verbringen: «Ich habe mich in dieses Land verliebt und mag das Multikulturelle sehr, gerade dies möchte ich mit den Events weitergeben – ich wollte weg von der traditionellen Volksmusik, die es in meinem Dorf an jedem Anlass und lustigerweise auch bei den portugiesischen Events in der Schweiz immer zu hören gab – es gibt noch so viel mehr aus Portugal», sagt er.

Die Stadthalle biete hierfür den idealen Raum, und er schätze die gute Organisation. Im Herzen sei er zudem DJ, und deshalb stehe er an diesem Abend vor, auf und hinter der Bühne. Moderieren, organisieren und auftreten; für Milheiro stand in der Tat ein langes Wochenende bevor, an dem auch ihm selber vor allem von jüngeren Besuchern zugejubelt wurde.

Rund zur Hälfte füllte sich am Samstagabend die Stadthalle. Besonders Familien und später jüngere Besucher kamen, um beim Auftritt von DJ Fame und eben Milheiro als DJ Diego FM sowie später bei der zweiten Band Dillaz ausgiebig zu feiern. Bis um Mitternacht mussten sich die Rockfans gedulden, bis schliesslich die Band Xutos&Pontapés spielte.

Das sei ganz normal, sagte der portugiesische Besucher Nelson Pinter aus Mellingen, der sich mit seinen zwei Freunden spontan für den Anlass in Dietikon entschieden hatte: «Wir kamen spontan hierher, etwas teuer zwar, aber es ist gut und fängt sehr früh an, weil auch Kinder mit ihren Eltern kommen, es ist ein Treffpunkt», sagt er. Ergänzend dazu meinte sein Freund Richard Brunner: «Es ist mal etwas anderes, als nur immer normale Clubs zu besuchen.»

Made in Portugal Event hat Tradition
7 Bilder
DJ Fame sorgte zu Beginn für Stimmung
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Ein Ereignis für die portugiesische Community
Rund 400 Personen fanden den Weg in die Stadthalle
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Cynthia Mira

DJ Kura ist beliebt

Melany Cortaxo aus Zürich weiss indes genau, weshalb sie nicht zum ersten Mal zum Event gekommen ist: «Es ist ein guter Anlass, um Landsleute zu treffen und um einen schönen Abend zu verbringen», so die 26-Jährige. Gemeinsam mit Melani Gomes (24) aus Zürich und Soraia Goncalves Dias (16) aus St. Gallen schwärmen sie alle drei für DJ Kura, für den sie bereits bis nach Belgien gereist sind. Wir kommen nur wegen ihm, sagten die drei Portugiesinnen.

Dass bereits der Vorverkauf nicht so gut lief und die Besucherzahlen mit 400 Personen in diesem Jahr weit hinter den Erwartungen blieben, sei zu erwarten gewesen, meinte Milheiro. Das Pfingstwochenende und die Tatsache, dass für viele Portugiesen ein wichtiges Fest am nächsten Tag in Einsiedeln stattfand, wurde bei ihnen nicht miteinkalkuliert. «Es war mit Abstand die am schlechtesten besuchte Ausgabe. In der Vergangenheit haben wir die Stadthalle mehrmals ausverkauft. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens 2019 wird dies hoffentlich wieder der Fall sein.