Uitikon

Die Gemeinde Uitikon darf mehr Personal anstellen

Die Erhöhung des Stellenplans war am Dienstagabend an der «Gmeind» kaum bestritten. Einiges zu diskutieren gab dafür die Schaffung einer Informatikstelle.

Bettina Hamilton-Irvine
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Gemeindehaus Uitikon: Die Verwaltung darf ihren Stellenplan erhöhen.

Gemeindehaus Uitikon: Die Verwaltung darf ihren Stellenplan erhöhen.

Alex Rudolf

Der Uitiker Gemeinderat darf seinen Stellenplan um 360 Stellenprozente erhöhen. Die 80 anwesenden Stimmberechtigten genehmigten die Anpassung an der Gemeindeversammlung am Dienstagabend im Üdikerhuus grossmehrheitlich.

Heute beschäftigt die Gemeinde Angestellte im Umfang von 3270 Stellenprozenten. Letztmals von der «Gmeind» bewilligt wurden im Jahr 2010 aber nur 3070 Stellenprozente. Die zusätzlichen 200 Stellenprozente sollen nun offizialisiert werden, wie Gemeindepräsident Chris Linder ausführte. Zudem habe man weiteren Bedarf. Dies hat vor allem mit dem Bevölkerungswachstum zu tun. So rechnet die Gemeinde damit, dass die Einwohnerzahl von 2010 bis 2021 um 900 Personen steigen wird, was einer Zunahme von rund 24 Prozent entspricht. Für die Gemeinde ist die Einwohnerzahl einer der wichtigsten Faktoren bei der Bestimmung der Arbeitslast für die Verwaltung und die Werkbetriebe.

Nun habe der Gemeindepräsident zugegeben, dass man ohne Bewilligung den Stellenplan bereits erhöht habe, sagte ein Votant in der Diskussion: «Wie können wir sicherstellen, dass das nicht wieder geschieht?» Linder betonte, man habe nur dort Personen neu angestellt, wo es dringend notwendig gewesen sei und habe immer darauf geachtet, im Grossen und Ganzen im Plan zu bleiben.

Keine Freude bei der FDP
80 Prozent des neu geschaffenen Stellenpools wurden bereits gestern Abend verteilt. Die Gemeindeversammlung stimmte der Schaffung einer Stelle für einen Gemeindeinformatiker zu, den sie sich mit der Schulgemeinde teilen wird. «Ohne Informatik funktioniert nichts in einer modernen Gemeindeverwaltung», hatte Gemeinderat Walter Schelling plädiert. Zudem seien diverse Anforderungen gestiegen, so zum Beispiel diejenige an Informationssicherheit. Weiter wolle man eine Professionalisierung und Qualitätssteigerung erreichen, so Schelling.
Bereits im Vorfeld war klar geworden, dass es Opposition gegen die Schaffung der Stelle gibt. Zwar sprachen sich die Rechnungsprüfungskommission und die SVP dafür aus, die FDP aber war dagegen. Auch an der «Gmeind» äusserte sich ein FDP-Vertreter kritisch. «Für Sicherheit im Gemeindenetz kann kein Verwaltungsangestellter zuständig sein», sagte auch ein anderer Votant. Dafür brauche man externe Spezialisten. Es sei sinnvoller, punktuell jemanden beizuziehen.

Auch er glaube nicht, dass ein Gemeindeinformatiker die Sicherheit garantieren könne, sagte ein anderer Stimmbürger. Aber es sei wohl sinnvoll, einen Fachmann zu beschäftigen, der die Verwaltungsangestellten schulen und unterstützen könne. Dass das Geschäft nicht unbestritten war, zeigte sich auch am Abstimmungsresultat: 42 Stimmberechtigte sprachen sich dafür, 28 dagegen aus. Später am Abend sagte auch die Schulgemeindeversammlung Ja zur Schaffung der Stelle - mit 43 Ja-Stimmen gegen 23 Nein-Stimmen.

Budget einstimmig angenommen

Die Gemeindeversammlung genehmigte am Dienstagabend zudem ohne Gegenstimme das Budget 2018. Es sieht bei Ausgaben von 33,5 Millionen Franken und Einnahmen von 33,7 Millionen ein kleines Plus von 250 000 Franken vor, das dem Eigenkapital zugeschrieben wird. Dieses erhöht sich damit auf 29,4 Millionen Franken. Der Steuerfuss der politischen Gemeinde wird auf 40 Prozent belassen – obwohl der Gemeinderat davon ausgeht, dass nächstes Jahr 6 Prozent weniger Erträge aus der einfachen Staatssteuer in die Gemeindekassen fliessen werden. Nicht zuletzt aufgrund des Bevölkerungswachstums sei die Steuerkraft rückläufig, führte Finanzvorstand Markus Hoppler aus. Der Gemeinderat rechnet mit Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen von 4,9 Millionen. Die Gemeindeversammlung stimmte zudem der Teilrevision des Beitragsreglements für das familienergänzende Betreuungsangebot ebenfalls ohne Gegenstimme zu.

Später am Abend genehmigte die Schulgemeindeversammlung auch das Budget der Schule ohne Gegenstimme. Es schliesst bei Ausgaben von 15,0 Millionen und Einnahmen von 14,6 Millionen mit einem Minus von 360 000 Franken. Der Steuerfuss der Schulgemeinde wird bei 43 Prozent belassen, womit der Gesamtsteuerfuss der Gemeinde bei 83 Prozent bleibt.