Leserbeitrag

Zehn Jahre heilige Messe im ausserordentlichen Ritus in der Bruderklausen-Kapelle in Etzgen

Marianne Baldinger-Lang
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undefined Pater Gerstle FSSP beim Vortrag im Gemeindesaal in Etzgen.

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Vor zehn Jahren, am 8. Februar 2009, hat die Priesterbruderschaft St. Petrus mit Pater Martin Ramm FSSP die erste heilige Messe im a.o. Ritus in der Bruderklausen-Kapelle in Etzgen gehalten. Für Sonntag, den 10. Februar 2019, hiess es im Gemeindebrief für ausserordentlichen Ritus in Etzgen von Pater Schmidt FSSP: Herzliche Einladung zum 10 Jährigen Bestehen mit Distriktoberer Pater Gerstle FSSP, heilige Messe um 9 Uhr und anschliessend Einkehrtag mit Vortrag, Mittagessen Diskussionsrunde im Gemeinderaum Etzgen, mit Schlussandacht um 16 Uhr in der Kapelle.

Wunderbare Klänge

Vor der heiligen Messe begrüsste Pater Schmidt in der vollbesetzten Kapelle die Gläubigen. Ein Dank ging an die fleissigen Helfer und Helferinnen für die Vorbereitungen zum Jubiläumsanlass. Der Rosenkranz wurde vor der Hl. Messe gebetet und das Beichtsakrament wurde angeboten. Zu Beginn der Messe zog Pater Gerstle mit sieben Ministranten in die Kapelle ein. Dazu erklang das Instrumentalstück „Trumpet Tune“, von Henry Purcell, mit dem Trompetenklang und Orgelmusik. Während der Feier wurde von der Frauenschola die Messe „St. Therese, the little flower of Jesus“ von dem Gregorian Institute of America wundervoll zweistimmig gesungen.

Aus der Lesung des Briefes von Paulus an die Kolosser 3, 12-17 hörte man: „Brüder! Legt an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte, inniges Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld. Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer gegen den andern eine Klage hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so sollt auch ihr tun!“ Und aus dem Evangelium nach Matthäus 13, 24-30, „In jener Zeit trug Jesus den Scharen dieses Gleichnis vor: Das Himmelreich gleicht einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Doch während die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon.“

Nicht überreagieren!

Pater Gerstle sprach in der Predigt: „Wir hören von vielen Skandalen. Beim Aufräumen ist die Gefahr gross, dass man überreagiert. Die Fehler der andern sieht man, die eigenen aber nicht. Wenn man abwarten kann, sieht man die guten und schlechten Früchte.“ Zur Kommunionausteilung ertönte von zwei jungen Gegenspielerinnen und zwei Flötenspielerinnen die wunderschöne Melodie „Finale-Allegro“ von Johannes Christian Bach. Nach dem Schlusssegen, zum Auszug, wurde vom Volk, „ Grosser Gott wir Loben dich“, gesungen, begleitet von Trompeten, Klarinetten und Orgelmusik.

Gleich zwei Jubiläen

Nach dem Apéro vor der Kapelle gelangten alle pünktlich in den toll dekorierten Gemeindesaal. Nun begrüsste Pater Schmidt den Distriktoberer Pater Gerstle herzlich, der mit seinem Vortrag begann. 10 Jahre Etzgen und 30 Jahre Priesterbruderschaft St. Petrus: Pater Gerstle war bei der Gründung am 18.7.1988 der Priesterbruderschaft St. Petrus FSSP in Hauterive, Kanton Fribourg, Schweiz, dabei. Im Jahre 1991 wurde er in Wigrazbad zum Priester geweiht. Heute gibt es Standorte des deutschsprachigen Distrikts der FSSP in Deutschland, in Österreich, in der Niederlande und der Schweiz. Mit 12 Priestern hat man begonnen und jetzt sind es 304 Priester. In Wigrazbad ist das Priesterseminar mit 70 Seminaristen voll besetzt. Die Priesterbruderschaft St. Petrus, das Ganze ist ein Wunder und Gnade Gottes.

Beachtliche Entwicklung

Nun wurde das Tischgebet gesprochen und das Buffet mit Schinken und diversen Salaten, das von Helfern und Spender hergerichtet worden war, eröffnet. Nach dem Essen zeigten Ignatz Schlienger, Emmanuel Schlienger und Susanne Schreiber mit Charme und Witz, wie vor 10 Jahren die Hl. Messe im a. o. Ritus von der Gemeinde erlebt wurde, in Wort und Bild. Zu beginn die erste Messe mit Pater Ramm ohne Blumenschmuck, Schola, Organist und Sakristan. Ergebnis nach 10 Jahren: 9 Ministranten, 16 Schola Sängerinnen, 3 Organisten, 3 Blumenfrauen und 3 Sakristaninnen sowie eine vollbesetzte Kapelle. Das Einzugsgebiet ist Deutschland und Schweiz. Darauf gab es noch eine Fragerunde an Pater Gerstle und zum Schluss begaben sich alle in die Kapelle zur Andacht. Das Allerheiligste wurde Ausgesetzt mit Weihrauch, Gesang, Geigen- und Querflötenspiel . Die Frauenschola sang ein letztes Lied: „Du lässt den Tag o Gott nun enden.“

Lengnau, 18. Februar 2019, Marianne Baldinger-Lang