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Wanderung des Sportvereins Hilfikon im Schächental

Marcel Siegrist
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Am letzten Samstag machten sich die Turnerinnen und Turner des Sportvereins Hilfikon nach Jahren wieder einmal auf den Weg zu einer Zwei-Tages-Wanderung. Trotz Nebel und Wolken waren wir alle frohen Mutes, denn unser Ziel, das Urner Schächental, liegt ja bekanntlich in einem Föhngebiet und Föhn bedeutet gutes Wetter. Zuerst ging es nach Flüelen und danach mit dem Postauto auf den Klausenpass. Bei strahlendem Sonnenschein quälte sich das Postauto über etliche Serpentinen auf fast 2000 m hinauf und wir konnten mit der ersten Marschetappe beginnen. Diese sollte eigentlich bis zu unserer geplanten Mittagsrast dauern. Das wilde Fuchteln des Wanderleiters wurde jedoch von der Gruppe kollektiv ignoriert, als man sich einem angeschriebenen Haus näherte, welches mit kühlen Getränken und einheimischen Spezialitäten warb. So wurde kurzerhand noch ein Kafihalt eingeschoben. Frisch gestärkt ging es nach einer halben Stunde aber wirklich weiter. Am Fusse der Schächentaler Windgällen stieg der Weg an bis hinauf auf die Heidmanegg und weiter zum Mittagshalt. Die ganze Zeit hatten wir eine phänomenale Aussicht auf das Schächental unter uns und auf die Urner Alpen an denen sich wegen des Föhns die Wolken stauten.

Nicht weniger abwechslungsreich war der Nachmittag. Verschlungene Pfade durch die Lärchenwälder, Durchquerungen von Geröllhalden aber auch Strecken auf Forststrassen liessen keine Langeweile aufkommen. Am späteren Nachmittag erreichten wir die Gisleralp und begannen mit dem Abstieg zu unserem Tagesziel, dem Berghaus Ratzi. Nach einem Gläschen Weisswein oder einem Bierchen bezogen wir unsere Zimmer und trafen uns nach einer ausgiebigen Dusche zum vorzüglichen Nachtessen. Nein, lieber Leser, wir gingen danach nicht gleich ins Bett. Man kennt sie ja, die Hilfiker. Wenn sie einmal sitzen, dann stehen sie nicht so schnell wieder auf. Zu später Stunde und einem fröhlichen Abend an dem wir festgestellt haben, warum wir Turnen und nicht Singen, war dann aber wirklich Nachtruhe.

Offenbar haben wir doch ein wenig übertrieben, denn am nächsten Morgen war der Himmel Wolken verhangen. Ideales Wanderwetter also (fanden wir) und machten uns wieder auf den Weg. Wir folgten aber nicht dem offiziellen Höhenweg sondern nahmen gleich die erste Abzweigung Richtung Biel. Auf diesem kaum begangenen schmalen Pfad wanderten wir durch Wälder, wilde Bachtobel, einsame Älpli zum Skiort Biel-Kienzig und weiter zu unserem Mittagshalt dem Bergbeizli Selez. Gut hatten wir reserviert, denn die 4 Tische sind schnell belegt. Beim Mittagessen erfuhren wir vom Beizer, dass die Bahn, welche uns von den Eggbergen wieder hinunter nach Flüelen bringen sollte, wegen des Föhns den Betrieb eingestellt hatte. Er riet uns nicht zum Fleschseeli zu wandern, sondern den „schönen Weg“ hinunter zu der Mittelstation der Biel-Kienzig Bergbahn zu nehmen. Mein lieber Schwan! Der grösste Teil war weder „schön“ noch „Weg“ sondern eher „Bachbett“ und „ausgewaschen“! Aber auch diese Hürde meisterten wir mit Bravour und zur Belohnung drückte nun auch wieder die Sonne durch. Die kleine Seilbahn brachte uns wieder zurück ins Tal und das Postauto nach Flüelen. So neigte sich dieses Wanderwochenende mit einigen Planänderungen, hunderten von phantastischen Eindrücken der Urner Berge und vielen lustigen und geselligen Stunden dem Ende zu.

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