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Vortragsabend des Pilzverein Schlieren

Stephan Autenrieth
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Bild aus Internet

Erlebnisse bei der Handelspilzkontrolle

Handelspilzkontrolleur Xaver Schmid aus Wetzikon erzählte Vereinsmitgliedern und Gästen letzten Montag von seinen Erlebnissen in China. Vor ca. 20 Jahren, als alles anfing, konnte von den Lieferungen getrockneter Pilze aus China nur ein Teil gebraucht, resp. verkauft werden. Wurmstichige und sonst verunreinigte Pilze fanden sich praktisch in jeder Lieferung. Beanstandete und retourniere Ware führte kaum zu einem Umdenken im Herkunftsland. Erst als Xaver Schmid als Pilzkontrolleur vor Ort in Kunming eingesetzt wurde, änderte sich die Situation. Er war damals ein Neuling in Sachen Handelspilzkontrolle. Begleitend zu den jährlichen Chinareisen war die Weiterbildung bezüglich „asiatische Pilze“ für ihn Pflicht. Seine Instruktionen zeigten nach und nach Erfolg. Er konnte die höheren Ansprüche, auch was die Lebensmittel- und Hygienevorschriften in Europa anbelangt, den Sammlern und Händlern vermitteln. Auch eine ständig weiterentwickelte Sortier-Technik trug zur Qualitätsverbesserung bei. Heute sind in Kunming, wo Pilze aus der ganzen Region Yunnan verarbeitet werden, gut ausgebildete Leute zur Stelle und moderne Anlagen stehen zur Verfügung.

Das Hochland der Provinz Yunnan bringt mit dem milden Klima und den morgendlichen Nebelschleiern in der Hauptsaison eine beachtliche Pilzernte hervor. Ganze Familien gehen auf Pilzsuche und bessern sich so ihr bescheidenes Einkommen auf. Ein grosser Teil der Ernte wird im eigenen Land verkauft. Für teures Geld exportiert werden u.a. auch Pilze mit angeblich potenzfördernden Eigenschaften. Um die Vielfalt der Pilze, z.B. nur der Gattung „Röhrlinge“ können wir Pilzsammler und Pilzbestimmer die Chinesen nur beneiden. Auch in Sachen Pilzzucht bietet China viel. Köstliche Pilze gedeihen an Substrat-Ballen, welche hierzulande marktwirtschaftlich wohl keine Chance haben. Schade.

Am Schluss des Vortrages berichtete Xaver von kulturellen Erlebnissen. Bilder von Dörfern mit Holzhäusern, terrassierten Reisfeldern, Leuten in traditionellen Trachten sowie Bräuche der vielen ethnischen Minderheiten der Provinz Yunnan hinterliessen einen Eindruck weit über das Pilzthema hinaus.

19.3.2015 Eveline Autenrieth, Pilzverein Schlieren