Leserbeitrag

Versammlung der reformierten Kirche in Muri

Marcel Siegrist
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Am 12. Mai begrüsste die Präsidentin der Kirchenpflege Heidi Schmid die Anwesenden zum letzten Mal vor dem geplanten Umbau der Kirchengemeinderäume im Gemeindesaal. Nach ihrem Jahresbericht und dem Bericht der Rechnungsprüfungskommission ging es an die beiden grossen Themen des Abends.

Wie zu erwarten stellte das Bauvorhaben das bedeutendste und umfangreichste Traktandum der Versammlung dar. Bereits Anfang des Monats war dazu ein Informationsabend für alle Interessierten organisiert worden, an dem die Baukommission unter der Leitung von Pfarrerin Bettina Lukoschus und Architekt Martin Wyss das Projekt umfassend vorgestellt und Fragen beantwortet hatte. Auch an der Kirchgemeindeversammlung wurden nochmals die wichtigsten Eckdaten um das geplante Vorhaben und die Pläne erläutert. Pfarrerin Lukoschus betonte, dass das Projekt mit breiter Abstützung von unten her unter Einbezug aller Beteiligten, sowie Fachstellen und Experten, entwickelt wurde. Die Herausforderung bestand darin, die Ziele Barrierefreiheit, Ermöglichen einer familienfreundlichen Gastgeberschaft, weniger Energieverbrauch, Erweiterung von Stauraum, zusätzlicher Besprechungsraum und Erweiterung des Foyers zu erreichen. Stolz könne man nun feststellen, dass die jetzige Planung alle Anforderungen erfülle und im Prozess immer wieder optimiert werden konnte. Architekt Wyss präsentierte mit den Plänen den Kostenvoranschlag, laut welchem sich die Gesamtkosten auf 2‘525‘000 Franken belaufen. Präsidentin Schmid betonte, dass die Finanzplanung trotz der hohen Investitionskosten im Moment keine Steuererhöhungen notwendig erscheinen lasse und solche für die kommende Zeit auch nicht geplant seien. Nach einer angeregten Diskussion wurde der Baukredit mit sehr grosser Mehrheit von den Anwesenden genehmigt. Der Spatenstich für den Umbau in Verbindung mit einem Fest ist für den Bettag am 20. September 2015 geplant.

Als weiteres Traktandum wurde von Pfarrer Hansueli Hauenstein das Konzept Wegbegleitung vorgestellt. Hierbei geht es um die Idee, Menschen, die für begrenzte Zeit Hilfe benötigen, mit freiwilligen Helfern zusammenzubringen. Helfende stellen dabei für eine spezifische Aufgabe ihre Zeit zur Verfügung und können durch eine Fachperson an Hilfesuchende vermittelt werden. Die Wegbegleitung ist als ergänzendes Angebot zu Beratungsstellen und anderen Institutionen zu sehen, da sie bei der konkreten Umsetzung von Massnahmen behilflich sein kann, zu der sonst oft Zeit und Ressourcen fehlen. Positive Erfahrungen aus anderen Gemeinden und die positive Resonanz an einem Informationsabend mit sozialen Stellen aus dem Bezirk lassen eine solche Einrichtung sinnvoll erscheinen. Das Konzept sieht für die Wegbegleitung nach den Erfahrungen der anderen Gemeinden eine feste 20% -Stelle für eine qualifizierte Person vor. Präsidentin Schmid wies darauf hin, dass das Projekt nach zwei Jahren evaluiert werde und auch die Hoffnung auf Kostenbeteiligung von anderen Gemeinden bestehe. Nach reger Diskussion bewilligten die Anwesenden den Antrag auf eine 20%-Stelle für das Projekt Wegbegleitung mit grosser Mehrheit.

Ein besonderer Dank der Präsidentin ging schliesslich an Herrn Paul Scherer, der nach zehnjähriger Tätigkeit als Revisor zurücktritt, bevor ein angeregter, diskussionsreicher Abend mit einem feinen Apero seinen Abschluss fand.

Leonie Brombacher, Kirchenpflege