Leserbeitrag
Unterhaltung der Extraklasse mit Helge Thun

Alexandra Pöltl
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Angekündigt als Zauberkünstler von Weltklasse und geistreicher Jongleur der deutschen Sprache bot Helge Thun mit seinem Programm „Unbekannt aus Funk und Fernsehen“ im Zentrumsschopf witzige Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Minute.

Im Handumdrehen fesselt er das Publikum mit seiner Zauberkunst wie etwa dem Seiltrick, begleitet vom Lied „Mein kleines weisses Seil“, launig vorgetragen im Stile der Comedian Harmonists. Und der „Spreitenbacher Knoten“ wird sicher allen Anwesenden in Erinnerung bleiben. Gerade weil es Helge Thun so gekonnt und charmant versteht, das Publikum in sein Spiel miteinzubeziehen, ist für manch einen die Verlockung gross, seinen Zwanzig-Franken-Schein mal schnell von dem Zauberkünstler in einen Hunderter verwandeln zu lassen. Geschickt wechselt Helge Thun dabei in seiner Darbietung zwischen Zaubertricks, Wortspielerei und Lyrik. Dank seiner virtuosen Sprachfertigkeit vereint er Klassiker der Dichtkunst wie Schillers lange Balladen „Das Lied von der Glocke“ und „Der Taucher“ schlicht zur „Taucherglocke“ in acht Zeilen. Auch „Der Erlkönig“ ist ihm nicht heilig und wird gekürzt in schwäbischer und friesischer Fassung vorgetragen. Selbst vor den grossen Dramen schreckt er nicht zurück und bringt mit Witz und schauspielerischem Esprit Shakespeares „Romeo und Julia“ in Versform dar. Ein äusserst gelungener Abend! (apz)

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