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Turnunterricht nach der "Mut tut gut" Unterrichtsmethode

Regine Lanz
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Karin Bioly

Jeden Freitag ist die Freude bei den Kindergartenkindern des Wallweg Kindergartens gross, denn sie wissen: “Heute geht es wieder in die Turnhalle!“. Dort können sie an verschiedenen Stationen ihre Bewegungsfreude ausleben und ihre Bewegungsfähigkeit spielerisch weiter entwickeln.

Da gilt es zum Beispiel auf einem „Wackelsteg“ (Kastendeckel unter dem mehrere Basketballbälle liegen) zu dritt das Gleichgewicht zu halten oder über eine Hängebrücke (umgedrehte Langbank mit Seilen in einem Barren befestigt) zu balancieren, ohne runter zu fallen.

Wer traut sich auf den Kasten zu klettern, über den unteren Holm des Stufenbarrens zu balancieren und anschliessend über die Leiter bis zur Sprossenwand zu klettern. Hier kann jedes Kind für sich entscheiden, wie vorsichtig oder wagemutig es sein will. Und manch einer geniesst es, einfach mal den Kopf nach unten baumeln zu lassen.

Die Devise der „Mut tut gut“-Unterrichtsmethode lautet: „Das Hinführen zur selbstbestimmten Gefahreneinschätzung in Kombination mit einer guten Bewegungs- und Wahrnehmungsförderung ist die beste Unfallprävention.“ (mobile praxis 36 6/07 BASPO&SVSS)

Hansruedi Baumann (Dozent für Bewegung und Sport an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwest Schweiz) meint, dass Kinder von Natur aus neugierig, experimentierfreudig und mit erstaunlichen Selbst- und Risikoeinschätzungsfähigkeiten ausgestattet seien. Diese seit Jahren erfolgreich angewendet Unterrichtsmethode fördere genau diese Fähigkeiten.

(vgl. mobile praxis 36 6/07 BASPO&SVSS)

So wird spielend die Oberkörpermuskulatur gekräftigt, wenn man wie Tarzan am Seil (Klettertau) hin und her schwingt oder gar am Seil hinauf klettert.

Ganz besonders attraktiv sind Stationen, bei denen es ganz viel Mut braucht und die Kinder als Team zusammenarbeiten müssen, wie z.B. beim Mattenfall.

Gemeinsam wird eine dicke Schaumstoffmatte so gegen eine Wand aufgerichtet, dass sich die Kinder zwischen Wand und Matte auf einer Langbank aufstellen, sie dann auf Kommando die Matte umwerfen und sich dabei auf die Matten fallen lassen. Bei dieser Station wird es keinem langweilig und hat man erst einmal die Angst überwunden, möchte man gar nicht mehr aufhören.

Auch das Springen auf dem Trampolin mit anschliessend Abrollen auf einer dicken Matte ist bei den Kindern sehr beliebt.

So vergeht die Turnstunde wie im Flug und trotz der vielfältigen körperlichen Betätigung haben die Kinder noch genügend Kraft, gemeinsam unter Anleitung der beiden Kindergärtnerinnen die Stationen abzubauen und beim Abschlussspiel als Karotte im Karottenfeld ( Kinder liegen im Kreis auf dem Boden und halten sich an den Händen fest) dem Bauern (Kindergärtnerin) grosse Mühe zu bereitet, der die Karotten (= Kinder) aus dem Boden (dem Kreis) ziehen möchte.

Text und Fotos: Karin Bioly