Leserbeitrag

Trauer verstehen: Ein Vortrag von LifePur

Reto Kägi
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Ulrike Kägi beim Vortrag
Ulrike Kägi beim Vortrag

LifePur in Sisseln lud zu einem Vortrag über ein Thema ein, dem wir uns nicht so gerne aussetzen: Trauer.

Sehr persönlich berichtete die Referentin Ulrike Kägi über ihr Erleben in ganz verschiedenen Trauersituationen, was sie körperlich, in der Gefühlswelt und im Kopf erlebte. Erst 5 Jahre nach ihrem traumatischen Erlebnis, das der plötzliche Tod eines geliebten Menschen ja ist, habe ihr Gehirn wieder „normal“ funktioniert. Dies hat sie an Hand von Resultaten aus der aktuellen Hirnforschung erörtert: Am unangenehmsten für unser Gehirn ist es immer dann, wenn etwas passiert, was unsere bisherigen Überzeugungen und festen Vorstellungen erschüttert, was also unser bisheriges Weltbild in Frage stellt. Die naheliegende und meist auch sehr schnell gefundene Lösung zur Wiedererlangung der Kohärenz (Gefühl des Friedens im Kopf) heisst Ignoranz, die Psychologen nennen das Verdrängung. Das ist ein ganz normaler Vorgang. Die Trauer arbeitet in uns. Wir sollten ihr Raum geben und sie mit und in uns arbeiten lassen.

Trauer ist ein wichtiger seelischer Prozess, der darauf hinweist, dass ein Mensch lebendig und beziehungsfähig ist. Da die Grundbedürfnisse des Menschen Autonomie und Verbundenheit in Kombination sind, brauchen Trauernde ein sicheres liebevolles Umfeld, das ermöglicht, für sich selbst wieder Antworten auf die neue Lebenssituation zu finden. So kann langsam wieder „Frieden im Kopf“ einkehren.

Leiden entsteht dort, wo ein Mensch etwas verliert, das ihm wichtig war und das er bisher für selbstverständlich gehalten hat. Deshalb trauern wir auch bei Misserfolgen, bei einem Job Verlust, bei Scheidung, bei Einschränkungen durch Krankheit, beim älter werden ....

In kleinem Rahmen, bei einem feinen Apéro, wurde sehr rege ausgetauscht über die Frage: Wie kann mich mein Umfeld unterstützen? Dabei wurde klar, wie wichtig Familie, Freunde, Nachbarschaft und Arbeitskollegen besonders in der ersten Zeit, aber auch langfristig sind. Überwinde Berührungsängste und geh auf Trauernde zu, rede mit ihnen und frag was sie sich wünschen.

Und wenn die Traurigkeit nicht enden will? Dann hol dir fachliche Hilfe, am besten über den Hausarzt.

Und wenn das soziale Netz fehlt? Auch dann hol dir Hilfe.

Eine mögliche Anlaufstelle ist auch LifePur (www.lifepur.ch). Ulrike Kägi bietet Begleitung in schwierigen Situationen an, Gespräche beim Spazierengehen oder in kleinen Gruppen. Fachliche Hilfe bietet Anita Kägi. Sie ist Beraterin in Persönlichkeitsentwicklung und Sozialkompetenz und begleitet gerne Menschen, die ihrem Leben (wieder mehr) Sinn geben möchten. Getraue dich, melde dich: 079 423 31 23 oder info@lifepur.ch