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Trainingslager 2015 des «Gruppo Sportivo Hirschthal»

Marcel Siegrist
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Alle Jahre wieder startet die gemeinsame Velosaison auf Mallorca, aber jedes Jahr mit einem anderen Programm. Vom vergangenen Mittwoch- bis am Pfingstsonntagabend waren die zehn radsportbegeisterten Pedalisti im Alterssegment 50 plus, in der Mehrheit sogar AHV-Bezüger, in Porreres im Landesinnern versammelt. Das kleine, schön renovierte Agro Tourismo bot ausgezeichnete Voraussetzungen für ein Trainingscamp. Am Schluss kamen immerhin respektable 340km und 3000 Höhenmeter zusammen und alle Teilnehmer waren zufrieden.

Weniger erfreulich waren vor Pfingsten für Ferienhungrige an den Küsten die etwas unbeständigen Tage dafür die Umweltbedingungen umso besser für Radfahrer. Die Saison der vielen ausländischen Velofahrergruppen ist Ende Mai auf Mallorca fast schon vorbei, dafür sind mehr Einheimische unterwegs. Dann werden die Automobilisten rücksichtsvoller.

Teils reichlich kühle bis frische Temperaturen und die Frühlingssonne für die Saison noch etwas allzu reserviert, steigerte das Tempo und reduzierte den Schweiss. Jeden Tag mit einem anderen

einheitlichen Dress en route motiviert zu höheren Leistungen, stärkt die Zusammengehörigkeit und macht bella figura.

Hannes Rösch, topfit und seit weit mehr als 20 Jahren bedacht auf eine stets positive Grundstimmung sowie gutes Ambiente, organisiert und leitet seit Anbeginn die Trainingstage des Gruppo Sportivo aus Hirschthal auf Mallorca. Er kennt verschlungene Wege und die zahlreichen fast autofreien Nebenstrassen wie seine Westentasche; in den Ortschaften mit den engen Gassen findet er sich als Leader stets zurecht und weiss auch wo man für Pausenhalte sowie zum Mittagessen gut und rasch bedient wird. Jedes Jahr kommen neue Streckenabschnitte hinzu, teils auch angepasst an den Standort des „Basislagers“. Zum festen Bestandteil gehören immer ein bis zwei Etappen ans Meer oder die Bezwingung des Orient-Passes als interner Fitnesswettbewerb. Einmal mehr war der zähe Ruedi Schmid aus Muhen der Matador. Er konnte auch auf dem Rad seine Engadiner-Form ausspielen. Auf der noch steileren Etappe, u.a. auf den Aussichtsberg Sant Salvador auf 500 Metern bei Felanitx hatte dann der etwas jüngere und ehrgeizige Christian Stebler den besseren und längeren Atem.

Am späteren Nachmittag kehrte das Gruppo Sportivo jeweils vollzählig, zufrieden und mit etwas schweren Beinen nach Porreres zurück. Während den vier Tagen gab es weder eine Panne noch eine heikle Situation, dies nicht zuletzt wegen der Fahrdisziplin und Konzentration.

Vor dem verdienten Apero und Nachtessen hatte jeder Sportivo individuelle Zeit zum Retablieren, Zeitunglesen, am Pool zu sitzen oder eben auch die geschäftlichen und privaten Hausaufgaben via Internet zu erledigen. Mit möglichst wenig beruflichen Pendenzen nach Hause zu kommen, heisst eben auch eine Vorgabe.

Die gemeinsamen Abende waren wieder geprägt von Freundschaft, welche das Gruppo in all den Jahrzehnten gefestigt hat. Diskutieren über Politik, Wirtschaft und Personalien gehört zum Ritual wie auch der gemeinsame Gesang von alten französischen, italienischen und deutschen Schlagermelodien; Bose-Lautsprecherboxen und Bluetooth sei Dank! Sogar eine literarische Lesung und damit die Entdeckung eines verborgenen Talentes animierte einen gemütlichen Abendsitz.

Kurz und gut: auch 2016 heisst es auf und davon nach Mallorca. Der Termin steht. Bis im kommenden September muss die Kondition auf dem Velo gehalten und noch gesteigert werden. Mit Captain Bernhard Schmid aus Schöftland werden dann Täler und Höhenzüge des Burgunds erkundet.

Leon Borer