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Oldtimer verlassen die Kreisschule Untergäu

Dieter Lüscher
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Bild: Dieter Lüscher

Bild: Dieter Lüscher

(chm)

Nachdem es an der Kreisschule Untergäu die letzten Jahre personell eher ruhig war, gehen auf Ende dieses Schuljahres gleich drei Lehrpersonen und der Schulleiter in Pension. Ein engagiertes KSU-Team liess sich nicht lumpen und bescherte den vier Pensionären ein wunderschönes Abschlussfest. Standesgemäss wurden sie von einem schnittigen Oldtimer abgeholt und über Umwege zum Schulhaus Thalacker chauffiert. Am späteren Nachmittag kutschierten die vier mit Ross und Wagen gemütlich durchs Untergäu. An mehreren Posten wurden die Pensionäre ein letztes Mal mit Geschicklichkeitsspielen auf ihre Pensionstauglichkeit geprüft, bevor sie am Abend von der Lehrerschaft zu einem selbstgekochten und festlichen Mal eingeladen wurden.

Der dienstälteste Pensionär ist mit Sicherheit Max Spaar, hat er doch seit dem April 1985 an der Kreisschule Untergäu unzählige Schülerinnen und Schülern unter seine Fittiche genommen. Schwerpunktmässig unterrichtete er die Fächer Deutsch, Englisch Französisch und Sport und hatte praktisch immer die Funktion als Klassenlehrer inne. Wenn man sein ganzes Berufsleben als Pädagoge tätig ist, braucht es nebst der Freude am Kontakt mit Jugendlichen auch Visionen. Max Spaar war es immer ein grosses Anliegen, seinen Schützlingen ganz nach dem Motto «Fördern durch Fordern» Grundlagenwissen für eine weiterführende Schule oder spätere Berufslehre zu vermitteln. Ebenso wichtig war ihm aber auch, den Jugendlichen auf dem Weg ins Erwachsenenleben gute Umgangsformen, eine positive Arbeitshaltung und ein gesellschaftstaugliches Menschenbild mitzugeben. Als Sportlehrer war Max Spaar überzeugt, dass zu einem guten Leben und als Ausgleich zum vielen Sitzen in der Schule sportliche Aktivitäten und eine gewisse Fitness gehören. So war es nur logisch, dass er über rund dreissig Jahre hinweg die Skilager leitete.

Mit der Pensionierung des Schulleiters Dieter Lüscher geht eine Ära an der KSU zu Ende. Diese Zeit war einerseits geprägt von Kontinuität und andererseits von einer steten Weiterentwicklung der Schule. Dieter Lüscher wurde im September 2012 zum Schulleiter ad interim ernannt, bevor er ab dem 1. Februar 2013 das Amt des Schulleiters definitiv übernahm. Er hat mit seiner sachlichen und ruhigen Art dafür gesorgt, dass der Schulbetrieb reibungslos lief und sich die Schule geordnet weiterentwickeln konnte. Er hat in zahlreichen Projekten die KSU weiterentwickelt und fit getrimmt, um den Anforderungen an eine moderne und gute Schule gerecht zu werden. Als Beispiele dafür können die Einführung der Integration, der Projektwochen für die Berufsfindung, die Einführung des Lehrplans 21 oder der Digitalisierungsschwerpunkt mit der Einführung des 1:1-Computings erwähnt werden.

Vor seiner Zeit als Schulleiter hat Dieter Lüscher an der KSU seit dem August 1990 als Lehrer für Technisches und Bildnerisches Gestalten gewirkt und auch in dieser Funktion zahlreiche Projekte initiiert. Auf eigenen Wunsch wird er an der KSU noch für ein Jahr in einem kleineren Pensum als Zeichenlehrer wirken und somit zu seinen pädagogischen Wurzeln zurückkehren.

Von Haus aus ist Ernst Huser Lastwagenchauffeur und Handwerker. Als Quereinsteiger hat er an diversen Schulen über mehrere Jahre Erfahrungen im Fach TG (Technisches Gestalten) gesammelt, bevor er am 24. Februar 2009 seine Lehrtätigkeit an der Kreisschule Untergäu aufnahm. Ernst Huser war ein gutes Beispiel dafür, dass es Menschen gibt, die auch ohne Studium an einer Fachhochschule durchaus in der Lage sind, qualitativ hochstehend zu unterrichten. In seinem pädagogischen Gepäck führte er einen gesunden Menschenverstand, einen natürlichen Umgang mit Jugendlichen und ein enormes technisches Wissen mit. Dies waren beste Voraussetzungen, um den Schülern einen spannenden und anspruchsvollen Werkunterricht zu bieten. Intuitiv orientierte er sich an der in pädagogischen Kreisen viel bemühten Forderung von Heinrich Pestalozzi: «Unterrichte mit Kopf, Herz und Hand.»

Christine Brand nahm ihre Tätigkeit an der Kreisschule Untergäu als Fachlehrerin Hauswirtschaft im Oktober 2009 auf. Wegen der Pensenreduktion im Fach Hauswirtschaft unterrichtete sie ab dem August 2014 zusätzlich das Fach Tastaturschreiben.

Obwohl Frau Brand immer im Teilpensum angestellt war, hat sie sich über ihre Unterrichtstätigkeit hinaus für die Anliegen der Schule engagiert. Sie übernahm Verantwortung für den Schulbetrieb und hat bei zahlreichen klassenübergreifenden Aktivitäten und gemeinsamen Schulanlässen mitgewirkt. Sie war beispielsweise eine treue Begleiterin von Schulverlegungen, engagiert in Projektwochen oder die fürsorgliche Hausmutter in Skilagern und organisierte bei Schulanlässen häufig den Apéro. Christine Brand war stets bereit, kurzfristig Stellvertretungen zu übernehmen und half so häufig mit, personelle Engpässe zu überbrücken.

Mit dem Weggang der vier Pensionäre wird sich das Gesicht der KSU ändern und das ist gut so. Junge motivierte Lehrpersonen rücken nach und werden auf ihre Art den Schulalltag der KSU prägen. Sie können dabei aber sicher von der geleisteten Arbeit der in Pension gehenden Lehrpersonen profitieren. Wir wünschen Christine, Max, Ernst und Dieter alles Gute für ihren neuen Lebensabschnitt. Wir werden uns in Pausengesprächen gerne an euch erinnern.

Das KSU-Team

Bildlegende von links: Ernst Huser, Max Spaar, Christine Brand, Dieter Lüscher

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