leserbeitrag
MTV Herbstausflug 2021, Wärme-/Kraftkopplung

Ernst Grimm
Drucken
Bild: Ernst Grimm

Bild: Ernst Grimm

(chm)

Wenn es kühler wird im Lande und die Nächte länger werden, kümmern sich die Männer des MTV Baden um die Wärmeversorgung. So auch an diesem sonnigen Herbsttag, 14. Oktober 2021, wo sie sich, teilweise mit Partnerinnen, nach Baden Dättwil zur Energiezentrale der Regionalwerke Baden begaben, um sich zu informieren. Der umtriebige Projektleiter Jonas Hurter liess seine Begeisterung für diese Wärme-/ Kraftanlage auf die Turner hinüberspringen, schon bevor diese nur einen Schritt in die Zentrale hinein gemacht hatten. Einige Frauen fröstelten bereits, wenn sie an die kuschelig beheizten Dättwiler dachten, welche an diesem Fernwärmeverbund hängen. Obwohl die Wärme direkt zum Kantonsspital hinüber, unter der Autobahn hindurch, fliesst, sei dies nicht der Hauptkunde. Spitäler brauchen eher Kälte als Wärme, das verstehen wir als Senioren. Die Zentrale ist mit Schnitzelholz beheizt und davon wächst der Kubikmeter im Badener Wald in nur 22 Sekunden nach. Wir sind erstaunt. Das Schnitzelholz kommt aber vor allem aus der Landschaftspflege und wird dreimal pro Woche angeliefert. Abgerechnet wird nach Energie und nicht nach Gewicht oder Volumen. Die Wertschöpfung kommt zu 80% aus dem Inland, nehmen wir anerkennend zur Kenntnis.

Die Dättwiler sehen aus ihrer beheizten Stube von der Zentrale vielleicht nur den Kamin, aber diesem entweicht keine Fahne, weder Russ noch Wasserdampf. Vollastbetrieb von August bis Juni im nächsten Jahr, dann ein Unterbruch für eine Revision. Lastschwankungen im Wärmebezug werden mit drei mächtigen Wassertanks als Wärmespeicher abgefangen. Wir sind beeindruckt von dem, was da im Segelhofquartier abgeht.

Aber auch die Stadtbadener möchten nachhaltig in der Zukunft mit Energie versorgt werden. Die mächtigen Grundwasserströme in der Badener Klus bieten sich da für Wärmepumpenanlagen an. Mit einer Einheit Elektrizität lassen sich so bis acht Einheiten Wärme gewinnen. Die Regionalwerke Baden planen im Zeithorizont bis 2050, wo netto null CO2 auf der Agenda steht.

Solchermassen aufgeklärt lassen wir uns anschliessend durch die Mellingerstrasse in den Chrüzliberg spülen, wo die Tafel gedeckt ist, die Wärme in Form einer Pizza daher kommt und die Kraft aus der Geselligkeit geschöpft wird. Das ist dann Wärme-/Kraftkopplung im Turnverein.

Aktuelle Nachrichten