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Lachen ist gesund – zusammen lachen ist am schönsten

Beatrice Schaad
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(chm)

Die reformierte Kirchgemeinde Gäu und die Römisch-katholische Kirchgemeinde Fulenbach luden am 22. August 2021 zum ökumenischen Familiengottesdienst ein. Der Gottesdienst stand unter dem Motto «Lachen ist gesund» und wurde von den beiden Huusglön Poliine und Gertrude begleitet.

Die beiden Kirchgemeinden führen pro Jahr viermal einen gemeinsamen Gottesdienst durch. Das Ziel dabei ist das Fördern der Gemeinschaft und der gemeinsamen Werte der beiden Glaubensgemeinschaften.

Als «Huusglön» besuchen Poliine und Gertrude Menschen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) mit einer schweren Krankheit, mit einer Behinderung sowie Menschen in schwierigen Lebenssituationen an dem Ort, wo diese zu Hause sind. Sie bringen in deren nicht immer leichten Alltag Freude, Lachen und einen Moment der Leichtigkeit. 14 Huusglön sind mit ihren bunt gefüllten Humorkoffern in der ganzen Deutschschweiz tätig. Organisiert sind sie im gemeinnützigen Trägerverein Huusglön. Die Huusglön-Besuche sind kostenlos und werden durch Spenden finanziert. Besuchswünsche können bei der Geschäftsstelle des Vereins angemeldet werden.

Für die ersten Lacher im Familiengottesdienst sorgte die clowneske Anwesenheitskontrolle durch Poliine und Gertrude, gefolgt vom Lied «Wenn du glücklich bist». Begleitet von Fabian Frey, Seelsorger der Römisch-katholischen Kirche, und den zwei Clowns klatschten und stampften alle Anwesenden zu den liedertextlichen Passagen. Ob es an der Freude der sonntagmorgendlichen Bewegung von Jung und Alt oder eher am ab und zu fehlenden rhythmischen Einsatz lag, die Huusglön forderten unmittelbar nach der Liedereinlage zu weiteren Bewegungseinheiten mit Dehnen und Strecken auf. Definitiv munter und erfrischt lauschten die Anwesenden danach den Worten von Martin Göbel, Pfarreileiter der Reformierten Kirche Gäu.

Natürlich sei das Leben nicht immer eitler Sonnenschein. In manchen Momenten könne es belastend und bedrückend sein. Gott wolle helfen, das Leben froh und hell zu machen. Er wolle uns die Last des Lebens nehmen, uns Lachen schenken und uns fröhlich machen. Deshalb sei es wichtig, lustige, schöne und fröhliche Gottesdienste zu feiern. So könne die Lebensenergie eines jeden Einzelnen fliessen.

Damit wir froh werden können, sei es wichtig, die eigenen Sorgen zu kennen. So fragt Martin Göbel die Kinder: «Was macht euch Angst?» Sowohl die kleinen Kinder als auch die «grossen Kinder» gestehen durch gezielte Befragung, dass sie vor Gewitter, Dunkelheit, Wasser, Gott und Auskitzeln Angst haben.

Angst vor Gott? Vielleicht ein Gottesdienst, der ernst, betroffen und zerknirscht macht? Ist das richtig?

Gott verkündet doch das Evangelium und Evangelium heisst übersetzt «Gute Nachricht». Gott vermittelt uns also: «Macht euch keine Sorge. Freut euch. Die Freude an Gott ist eure Stärke!» Dies sollten wir ins Zentrum stellen. Die Kirche muss keine Spassgesellschaft sein. Nein. Aber sie soll auch nicht nur schwere Kost wie Gesetze oder soziale Appelle bei Umweltkatastrophen oder Kriegen vermitteln. Gott soll uns primär froh machen. Denn wenn wir froh sind, haben wir die Kraft, Freude und Gutes in die Welt zu tragen.

Was macht den Kirchenbesucherinnen und -besucher sonst noch Freude? Freude macht eine Glace, ein Spielnachmittag mit Freunden, ein Lieblingsgeschenk oder der Besuch im Zoo. Freude machen auch die «Huusglön» mit ihren Besuchen bei Menschen mit schwierigen Lebensumständen. Und Freude machten Gertrude und Poliine unmittelbar mit dem wundervoll interpretieren Lied «O mein Papa».

Eine weitere Botschaft von Martin Göbel an diesem Morgen ist: «Es reicht, einfach Mensch zu sein mit all unseren Eigenheiten!»

Wir möchten einfach geliebt zu werden und uns bei Sorge und Kummer getragen fühlen. Nach Tränen möchten wir wieder lachen und nach Klagen möchten wir wieder Freude empfinden. Manchmal brauchen wir aber jemanden, der uns dazu verhilft, besonders bei Krankheit, Einschränkungen und schweren Schicksalsschlägen. So jemand sind die «Huusglön».

Mit ihrer feinfühligen Art begegnen sie jedem Menschen mit grossem Respekt und auf individuelle Art und Weise. Sie lassen Augen strahlen und Herzen froh werden, was manchmal ungeahnte Reaktionen auslösen kann. So erzählen Gertrude und Poliine ein paar aussergewöhnliche Episoden aus ihren Huusglön-Besuchen. Wie zum Beispiel von einer älteren Dame in einem Alters- und Pflegeheim. Diese konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. Doch beim Klang eines fröhlichen Liedes des Huusglons begannen sich, zum grossen Erstaunen der Anwesenden, ihre Beine im Takt auf- und ab zu bewegen.

In Bewegung brachten die «Huusglön» die Gottesdienstgemeinde auch zum Schluss des Gottesdienstes. Aus ihren bunten Clown-Koffern zauberten sie zwei Luftballons hervor, welche sie mit der Aufforderung des gegenseitigen Zuspielens und Nicht-Fallen-Lassens in die Reihen warfen. Gemeinschaftlich und begleitet mit vielen Lachern wurden die Ballone von einer Person zur anderen befördert, bis sie wieder bei den «Huusglön» ankamen.

Die frohe Atmosphäre am Ende des ökumenischen Gottesdienstes zeigte eindrücklich – gemeinsames Lachen ist am schönsten. Und die Huusglön kommen sicher wieder einmal bei uns vorbei, versprochen!

www.huusglön.ch

Für Huusglön-Besuche bitte bei der Geschäftsstelle des Trägervereins Huusglön melden, beatrice.schaad@huusgloen.ch, 079 488 80 60

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