naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf
Erkundungstour beim Nachbarn

Daniel Fankhauser
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Bild: Daniel Fankhauser

Bild: Daniel Fankhauser

(chm)

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf konnte nach pandemiebedingter Pause im Monat Juni 2021 eine erste Exkursion erfolgreich durchführen. Mehr als zwanzig Erwachsene und Kinder zeigten sich vom Angebot der geführten Begehung des Waldlehrpfades im hinteren Thal in Welschenrohr angesprochen. Das gezeigte Interesse sollte sich ausbezahlen. Mit Herbert Glanzmann aus Welschenrohr war es den Teilnehmenden vergönnt, schier unerschöpfliche Kenntnisse über die heimische Pflanzenvielfalt entlang dieses schön angelegten Waldlehrpfads zu erfahren. Während des rund eineinhalb Stunden dauernden, abendlichen Spaziergangs auf einem Teilabschnitt dieses botanischen Lehrpfades bot der Exkursionsleiter eine breite Palette an botanischen Grundinformationen, zu speziellen Eigenschaften der Bäume, Sträucher, Kräuter- und Heilpflanzen und interessanten Anekdoten. Selbstverständlich wusste er den zumeist erstaunten Zuhörern und Beobachtern etliche Symbiosen unter den Pflanzen anschaulich aufzuzeigen. Der gut beschilderte Weg führte uns beispielsweise mitten durch ein Quellried mit Waldbinse, Sumpfbaldrian, verschiedenen Seggen, Grau-, Weiss- und Schwarzerlen. Dass der wollige Schneeball im hinteren Thal auch «Schwüuchli» genannt wird, war für die grosse Mehrheit der Exkursionsteilnehmenden ebenso Neuland wie der Baldrian zur natürlichen Herstellung von Frostschutz in Obstplantagen beitragen kann. Mit Wacholder, der nur alle drei Jahre Fruchtstände entwickelt und der fast vollständig giftigen Eibe – Ausnahme das Beerenfleisch – wachsen bei uns Pflanzen, die zwischen 2000 und 3000 Jahre alt werden können. Eines der ältesten Exemplare der Eibe wächst denn auch seit geschätzten 1500 Jahren auf demselben Jura-Hügelzug im benachbarten Crémines BE. Faszinierend auch zu erfahren, wie die einzelnen Arten der zunehmenden Erderwärmung begegnen. Der Speierling aus der Familie der Rosengewächse und der Gattung Mehlbeere ist wärmeliebend und könnte sich damit in unseren Breitengraden als resistenter Zukunftsbaum entwickeln. Mit Köpfen voller Eindrücke und Bildern prächtiger Naturformationen aus unserem Thal kehrte die Gruppe zum Ausgangspunkt beim Grünholz zurück und liess den angenehmen Abend bei einem kleinen Imbiss und angeregten Gesprächen wohltuend ausklingen.

Text zu Foto: Herbert Glanzmann vermag die Teilnehmenden augenscheinlich in den Bann der Natur zu ziehen.

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