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Energiereise anstatt Sternmarsch –Bünztaler Männerriegler informieren sich beim Flusskraftwerk Bremgarten-Zufikon

Richard Gähwiler
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(chm)

Über 30 Männerturner aus den Gemeinden Wohlen, Villmergen, Boswil und Bünzen interessierten sich neben persönlicher Fitness auch für die Technik der Energiegewinnung – dies zum Thema «Hydraulische Energie mit Reuss-Wasser». Als Alternative zum aufgeschobenen Sternmarsch der Bünztaler Männerriegen organisierte Armin Ineichen von der Männerriege STV Wohlen eine Besichtigung des nahe gelegenen Flusskraftwerks Bremgarten-Zufikon. Man war bereits vorgängig bezüglich der aktuellen Covid-Regeln informiert worden, sodass es bei der Kontrolle durch Teamleiter Marcel Bieri und Michael Hess von der AEW Energie AG keine Staus gab. Sie beide informierten anschliessend zur Organisation der AEW (1916 als Aargauische Elektrizitätswerk gegründete) und deren Aufgaben. Die AEW gehört dem Kanton und ist der grösste Stromversorger im Aargau.

Flusskraftwerke

Das Kraftwerk Bremgarten-Zufikon wurde bereits 1975 in Betrieb genommen. Der erzeugte Strom wird im benachbarten Unterwerk der AEW ins Netz eingespeist. Die Jahresproduktion von rund 100 Mio kWh entspreche ungefähr dem Jahresbedarf von 23'000 Haushalten, erklärten die Gruppenführer. Das Prozedere der Stromerzeugung wurde dann anhand eines Modells aufgezeigt: Das Stauwehr mit Dammbalken, wo die Reuss auf 11 m über ihrem mittleren Wasserstand gestaut wird, bevor es mit einer maximalen Wassermenge von 1000m3 pro Sekunde die Turbine antreibt. Im Vergleich zu Speicherkraftwerken ist das Gefälle gering, dafür stehen grössere Wassermengen zur Verfügung.

Wasserkraft – hydraulische Energie aus der Reuss

Mit einen Verbindungsgang ist das Stauwehr begehbar. Durch kurzzeitiges Absenken der Überfallklappe stand man dann hinter dem überschiessenden Wasser und konnte so ansatzweise dessen Kraft spüren. Im Normalbetrieb arbeitet das Kraftwerk vollautomatisch, die Zu- oder Abschaltung erfolgt je nach Wasserangebot. Manuel bzw. mit entsprechendem Gerät und Rechen erfolgt hingegen die Entfernung von Schwemmgut wie Bäumen, Ästen, aber auch Zivilisationsabfälle wie Fässer und Kunststoffflaschen sind immer häufiger in den Rechen. Auf zahlreichen Fotos wurde dies nach verschiedenem Hochwasser dokumentiert. Aber auch Sand und Geschiebe häufen sich vor dem Stauwehr.

Versorgungsqualität

In der abschliessenden Fragerunde wurden Steuerungssysteme in Europa, Netzstabilität und Stromausfälle diskutiert. Gemäss der Eidgenössischen Elektrizitätskommission waren 2020 Stromkunden in der Schweiz durchschnittlich 21 Minuten ohne Strom – unsere Stromversorgungsqualität also auf einem sehr hohen Niveau. Ob dies auch zukünftig so bleiben wird, mit dem Verzicht der 33% AKW-Strom, wurde von zahlreichen Besuchern in Frage gestellt. In einem kurzen Schlagabtausch duellierten sie sich diesbezüglich Ideen und Vorschläge, aber auch Einwände. Man war schliesslich aber zuversichtlich, dass Fachleute und Politik das Richtige finden und umsetzen werden.

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